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Psychologie
12/05/2015

Warum süße Katzenfotos aggressiv machen

Auf extrem positive Emotionen folgen oft extrem aggressive.

So süß und doch machen sie einen aggressiv: Fotos von Katzenjungen, denen man am liebsten in die Wange zwicken möchte. Diese verstörende Reaktion ist gar nicht so selten. Wenn wir etwas sehen, das "zu süß" ist, kommt es im Anschluss zu aggressiven Gefühlen. Psychologen sprechen von "süßer Aggression" – einer völlig gesunden Reaktion. Forscher der Yale University erklären das jetzt damit, dass wir so das emotionale Gleichgewicht wiederherstellen, wenn positive Emotionen zu intensiv werden.

Die Folge ist etwa der Wunsch, etwas zu drücken oder zu zwicken. In Versuchen folgte bei Menschen, die besonders aggressiv reagierten, ein schnellerer Abfall der positiven Gefühle. Versuchspersonen bekamen Fotos von süßen, lustigen oder neutralen Tieren vorgelegt sowie von Babys. Wobei "süß" vor allem dem sogenannten Kindchenschema entspricht: Wir finden etwas süß, wenn es einen großen, runden Kopf und große Augen hat.

Starke Gefühle

Die Fotos der Babys sorgten zwar zunächst für das Gefühl, sich um das Kind kümmern zu wollen. Darauf folgten allerdings dann aggressive Empfindungen – die Teilnehmer gaben etwa an, dass sie die Babys kneifen oder "aufessen" wollten. In einem weiteren Versuch erhielten die Teilnehmer Luftpolsterfolie, als sie die Bilder ansahen.

Jene, die süße Tierbilder gezeigt bekamen, zerplatzten die meisten Luftpolster – deutlich mehr als bei den neutralen oder lustigen Tierbildern. "Mit diesen Äußerungen versuchen wir unser emotionales Gleichgewicht wiederherzustellen. Sie schienen aufzutreten, wenn wir von starken positiven Emotionen überwältigt werden und Menschen, die so reagieren, erholen sich offenbar besser von diesen starken Gefühlen", sagt Studienautorin Oriana Aragón.

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