Wissen
20.08.2018

Warum Elefanten keinen Krebs bekommen

Die grauen Riesen tragen ein Gen in sich, das sie gegen Tumore immun macht. Bei fast jedem anderen Tier ist das Gen abgestorben.

Elefanten können nicht an Krebs erkranken – Grund dafür ist ein eigenes Gen, wie Wissenschaftler der University of Chicago jetzt herausfanden. Das seltene Gen LIF6, auch Zombie-Gen genannt, schützt die Tiere vor der oft tödlichen Erkrankung, wie die Mediziner in der Fachzeitschrift Cell Reports schreiben.

Auch bei Elefanten kommt es zu krebsartigen Mutationen. Das Gen bekämpft diese allerdings: Es greift Zellen an, die kurz davorstehen zu Krebszellen zu mutieren. Auch andere Tiere verfügen über das LIF-Gen, doch meist ist es nicht funktionsfähig oder abgestorben. Elefanten haben aber scheinbar einen Weg gefunden, das Gen wieder zu aktivieren. Aus diesem Grund gaben die Forscher dem Gen den Spitznamen "Zombie-Gen".

Verteidigungssystem

In Laborexperimenten konnten sie feststellen, dass die potenziell tödlichen Mutationen bei Elefantenzellen abstarben. Das Verteidigungssystem der grauen Riesen wird durch die Anwesenheit von LIF6 aktiviert. Als die Wissenschaftler das Gen künstlich blockierten, überlebten die geschädigten Zellen und wurden zu Krebs. Wurde das Gen in Tiere eingeführt, denen es normalerweise fehlte, etwa bei Mäusen, wurden auch diese immun gegen Krebs.

Das Gen produziert ein Protein, das Löcher in die Mitochondrien bohrt. Das führt dazu, dass die geschädigten Zellen von sich aus absterben. Dieser programmierte Suizid wird Apoptose genannt.

Auf Menschen übertragbar?

Die Frage, die sich aus der Untersuchung ableitet ist, ob die Fähigkeit des Elefanten auch auf den Menschen übertragen werden kann. Möglicherweise könnten Medikamente entwickelt werden, die das Verhalten des LIF6 bei Elefanten nachahmen.

Auch andere Tiere haben eine natürliche Resistenz gegen Krebs entwickelt. Dazu zählen etwa Fledermäuse, Wale und Nacktmulle.