Wissen
11.12.2017

Wann ein Hunde-Mantel passt

Nicht allen Haustieren wächst ein Winterfell. Der Mantel muss von der Größe, vom Material und vom Handling her entsprechen.

Der Chihuahua im schicken Strick, der Golden Retriever im Designer-Parker oder der Mops im pelzigen Leoparden-Look sorgen noch für Aufsehen. Hunde im Alltagsrock dagegen werden nur noch selten belächelt. Allzu gewöhnlich ist ihr Anblick geworden, oft schwingt auch Mitleid mit den bibbernden (Schoß-)Hunden mit.

"Gesunde Vierbeiner mit normalem Fell brauchen keinen Mantel", sagt Zoodoc Katharina Reitl. In speziellen Fällen freilich hilft ein wärmendes Accessoire, den Winter gut zu überstehen. Der KURIER-Tiercoach weiß, welche Hunde profitieren und wann das Modell – ungeachtet der Optik – seinen Sinn erfüllt.

Zu wenig natürlicher Schutz

"Es geht nicht darum, Haustiere zu vermenschlichen oder zu verweichlichen, aber nicht alle sind durch ein dichtes Winterfell ausreichend vor Kälte und Nässe geschützt", sagt Reitl. Hunde halten sich heute vor allem in geheizten Räumen auf, das Haarkleid passt sich daher weniger an die Außentemperaturen an als früher. Bestimmte Rassen wurden zudem auf spärliche Unterwolle gezüchtet. So wächst z.B. den Dalmatinern kaum flauschiges Wollhaar, die Dämmung fehlt. Nicht zuletzt sind manche Hunde anfälliger für Infektionen, Hals- oder Blasenentzündungen. Gerade Welpen mit nacktem Bauch, Patienten und Senioren reagieren empfindlich.

Unterkühlung

"Hunde, die den Spaziergang plötzlich verweigern, die dabei zittern, sich zusammen kauern oder nicht sitzen wollen, frieren", erklärt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Im entsprechenden Outfit finden sie wieder Freude am Auslauf. Ein Mantel bewahrt die Schwitzer dann auch im kalten Auto vor dem Auskühlen.

Zur Anprobe

"Es gibt die unterschiedlichsten Modelle – vom Windstopper über einen Strick-Body bis zum Mantel, der mit Fleece oder Schafwolle gefüttert ist", sagt die Expertin. Mitunter hat ein Hund für jede Witterung ein eigenes Kleidungsstück. Wichtig ist, dass es gut passt. Small, Medium und Lage helfen bei der Vorauswahl, dann gilt es, den individuellen Körperbau zu berücksichtigen. Für Dackel und Bulldogge wird nicht das gleiche Modell in Frage kommen, ein Stehkragen den Windhund besser wärmen als den Schäferhund. "Der Vierbeiner muss immer zur Anprobe mit", rät der KURIER-Tiercoach. Schließlich muss das Befestigen der Riemen um Brust und Bauch getestet werden. Schließlich ist zu kontrollieren, ob sich das Gassigehen ohne Probleme bewerkstelligen lässt.

Probleme mit der Katze, Sorgen um den Hund, Fragen zu Sittich, Schildkröte & Co? Schreiben Sie an: tiercoach@kurier.at