US-Forscher der Yale School of Medicine fanden im Mäusemodell heraus, dass fettes Essen während der Schwangerschaft das Gehirn des Babys verändert und die Neigung zu Übergewicht erhöht.

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Studie
07/10/2015

Übergewichtige Kinder halten sich oft für schlank

Britische Studie zeigt: Ihr Selbstbild entspricht oft nicht der Wirklichkeit.

von Nicolin Irk

Es ist kein Geheimnis mehr, dass die Weltbevölkerung immer dicker wird. Exzessives Übergewicht alleine ist gefährlich genug – gepaart mit verfehlter Selbsteinschätzung kann es aber auf Dauer zu einer besonders kritischen Situation führen.

Eine Studie der britischen Organisation für Krebsforschung („Cancer Research UK“) ergab jetzt, dass fettleibige Jugendliche zum Teil gänzlich verzerrte Bilder von sich selbst besaßen. Für diese Studie wurden rund 5000 Jugendliche, im Alter von 13 bis 15 Jahren, über ihr Gewicht befragt und ob sie sich selbst für zu dünn, zu dick oder normalgewichtig hielten. Die Aussagen wurden anschließend mit dem Body Mass Index der Befragten verglichen.

Fehleinschätzung weit verbreitet

Dabei stellte sich heraus, dass 73 Prozent der befragten Jugendlichen normalgewichtig waren, 20 Prozent leicht übergewichtig und 7 Prozent fettleibig. Von diesen schwer Übergewichtigen dachten allerdings rund 40 Prozent, dass sie normalgewichtig wären und 0.4 Prozent meinten sogar, sie wären zu dünn. Demgegenüber schätzten sich 8 von10 der normalgewichtigen Teenager richtig ein.

Laut der Expertin Prof. Jane Wardle sei das korrekte Selbstbild des Großteils der normalgewichtigen Teenager erfreulich. In Zeiten des Magerwahns und unrealistischer Schönheitsideale lassen sich vor allem viele junge Mädchen zu einem gestörten Essverhalten hinreißen.

Großes Gesundheitsrisiko

Problematisch sei hingegen die falsche Selbsteinschätzung eines großen Teils der fettleibigen Jugendlichen: Diese könnte sie teuer zu stehen kommen. Exzessives Übergewicht bereits in der Jugend erhöht unter anderem das Risiko für Darmkrebs, Diabetes, Herzerkrankungen, Atembeschwerden oder Brustkrebs im späteren Leben deutlich. Laut Wardle bestehe deshalb immer noch Bedarf an Möglichkeiten, übergewichtigen Menschen ihre Situation bewusst zu machen und ihnen beim Abnehmen zu helfen.

Wie katastrophal die Folgen sein können, zeigt ein Extrembeispiel aus Australien: Dort starb im Frühjahr der schwer übergewichtige Jugendliche Shaun Appleby mit gerade einmal 18 Jahren an plötzlichem Herztod.

Nicolin Irk

Bitte kein Beschönigen

Mit einem BMI von über 30 bei etwa jedem fünften Österreicher sollten wir diese Studie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Grundsätzlich freut es mich ja, wenn sich Leute wohl in ihrer Haut fühlen und sie sich selbst lieben – egal, in welcher Form. Es wäre schlichtweg zu einfach, jeden Menschen mit Übergewicht als faul oder Junkfood-liebend abzustempeln. Genauso wie man von Natur aus dünne Menschen nicht als magersüchtig oder bulimiekrank bezeichnen kann.Trotzdem sollte man bei auftretenden gesundheitlichen Problemen Über- oder Untergewicht nicht beschönigen. Wenn sich jemand zu Tode isst oder hungert, hört der Spaß auf.

Es liegt vor allem an Eltern, ihren Kindern den richtigen Umgang mit Essen beizubringen. Ich spreche hier nicht von „Man soll nicht mit dem Essen spielen.“ Ich spreche davon, dass psychische Lasten, wie Stress, Verunsicherung oder Frust, nicht im Essverhalten ausgelebt werden sollten, sondern in Gesprächen gelöst werden. Hierbei ist Zuhören schon oft der erster Schritt.

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