Manchmal lösen Gräser und Pollen allergische Hautreaktionen aus.

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Wissen
09/23/2019

Tiercoach: Worauf Katzen allergisch reagieren

Oft löst Futter Juckreiz und Durchfall aus, manchmal sind es Umweltstoffe. Diagnose und Therapie sind schwierig.

von Hedwig Derka

Die Katze ist abgeschlagen und unruhig. Wird sie gestreichelt, beginnt sie zu niesen und zu husten. Zudem leidet sie unter Juckreiz, was zunächst an ständigem Putzen, später an kahlen, gleichsam abrasierten, Stellen im Fell sichtbar wird. Der seltene Befund: Menschliche Haut- und Haarpartikeln machen die Katze krank.

Allergieauslöser wie beim Menschen

Katzen können prinzipiell die gleichen Allergien entwickeln wie Menschen; sie können auf alles Fremde reagieren“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt, welche Auslöser den Vierbeinern häufig zu schaffen machen und was die Behandlung erschwert.

Reaktion auf Futtermittel oder Umweltstoffe

„Man unterscheidet zwischen Allergien auf Futtermittel und Atopien, die von Umweltstoffen wie Pollen, Gräsern und Hausstaubmilben hervorgerufen werden“, sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Je nach Ursache erfolgt die Behandlung.

Schwierige Diagnose

Doch die Diagnose gestaltet sich schwierig, eindeutige Symptome fehlen. Hautreaktionen, Atemwegsprobleme und Durchfall gehen mit unterschiedlichen Krankheiten einher. „Der Tierarzt ist vor allem auf die Beobachtungen des Halters angewiesen“, sagt der Zoodoc. Teure Allergietests haben ihre Grenzen. Mit ehrlichen Auskünften über diverse Gewohnheiten und Erfahrungswerten aus der Praxis leitet der Experte die Therapie ein. Und begleitet sie im regelmäßigen Austausch mit dem Halter.

Mühsame Behandlung

„Futtermittelallergien sind am häufigsten. Sie werden mit Diäten behandelt“, sagt Reitl. Der Patient darf zwölf Wochen lang nur mit einer Proteinquelle versorgt werden – am besten mit einer Tierart, die die Katze zuvor noch nie gefressen hat. Das kann zum Beispiel Rentier, Känguru oder Strauss sein. Auch eine Diät mit zerkleinertem Protein, das das Immunsystem nicht erkennt, hilft. Jedes Leckerli untergräbt das Ausschlussprinzip. Selbst bei strenger Disziplin kann es frühestens zwei Wochen nach der Ernährungsumstellung zu einer Verbesserung kommen.

Disziplin ist gefragt

„Bei allen Allergien gilt es, die Auslöser möglichst zu finden und zu entfernen“, sagt der KURIER-Tiercoach. Verursachen Hausstaubmilben das Leid, dient ein Antiallergie-Polster als Schlafplatz. Pollen werden mit Filtern im Staubsauger eingedämmt. Geschlossene Fenster halten Gräser fern. Lungenprobleme und Asthma bedürfen bei starker Belastung zumindest zeitweise eines Cortison-Sprays. Der KURIER-Tiercoach betont: „Die Behandlung funktioniert immer nur, wenn alle an einem Strang ziehen.“

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