© Getty Images/iStockphoto/dasha_pro/iStockphoto

Wissen
10/14/2019

Tiercoach: Wenn Katzen unter Veränderung leiden

Streuner können sich an die Wohnung gewöhnen; ebenso an einen neuen Mitbewohner. Leser fragen, der KURIER-Tiercoach antwortet.

von Hedwig Derka

Wie sehr leidet die Katze beim Umzug? Können Seniorkater und Hundewelpe zusammenfinden? Leser fragen, KURIER-Tiercoach Katharina Reitl, Tierärztin in der Ordination Tiergarten Schönbrunn, antwortet:

Ich ziehe demnächst von einem Haus in eine Wohnung. Mein Kater, 18 Jahre, ist derzeit Freigänger und Wohnungskater. Ich mache mir Sorgen, ob er sich an die neue Situation gewöhnt?

In der Tat könnte Ihr alter Herr die Umstellung schlecht verkraften. Sie sollten den Versuch trotzdem wagen. Er ist an Sie gewöhnt und würde sicher auch um Sie trauern und sich nicht auskennen, wenn Sie ihn zurückließen.

Es könnte von Vorteil sein, dass er kein reiner Freigänger ist, sondern auch in der Wohnung lebt. Eventuell könnten Sie ihm ein Fenster katzensicher einrichten. Katzen sind zwar sehr ortstreu und stellen sich ungern um. Aber gerade eine ältere Katze kann sich durchaus an weniger Bewegungsfreiheit gewöhnen und ist froh, wenn der vertraute Mensch sich weiter liebevoll um sie kümmert. Viele Tiere merken, dass sich Lebenssituationen ändern. Wichtig wäre, den Kater als letztes in die „fertige“ Wohnung umzusiedeln, um den Stress für ihn möglichst gering zu halten.

Ich habe mir vor kurzem zu meinem alten Freigänger ein Wolfsspitz-Mädchen genommen. Mein Kater ist jetzt beleidigt, oft sehe ich ihn ein paar Tage nicht. Wieso verlässt er so „kampflos“ sein Zuhause? Was soll ich tun?

Sie können versuchen, die beiden langsam aneinander zu gewöhnen: Falls Ihr Kater regelmäßig zum Fressen kommt, versuchen Sie, die Futterstellen beider Tiere langsam anzunähern und diese zugleich zu füttern. Sie dürfen den Kater keinesfalls festhalten oder zwingen, mit dem Hund in Kontakt zu treten. Das stresst nur unnötig.

Ideal wäre eine Schlafbox für den Hund. Sie könnte dem Kater die Sicherheit geben, kommen zu können, ohne dass der Hund irgendwo „hervorschießt“. Es wäre auch für den Welpen eine gute Möglichkeit, entspannt zu ruhen. Das heißt natürlich nicht, dass Sie Ihren Hund dauernd wegsperren sollen!

Wenn die Routine gut funktioniert, wird der Kater seine Angst im besten Fall etwas verlieren und lernfähig werden. Erst dann wird er merken, dass der Hund ihm nichts tut, und er auch kommen kann, wenn der Hund frei ist. Natürlich sollten Sie sich in der Katzenzeit speziell um den Kater kümmern und ihm Aufmerksamkeit schenken. Es wird ein langer Weg, bei dem Sie Geduld brauchen.

Probleme mit der Katze, Sorgen um den Hund, Fragen zu Sittich, Schildkröte & Co? Schreiben Sie an: tiercoach@kurier.at