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23.04.2018

Tiercoach: Wenn Haustiere auf Pollen allergisch reagieren

Blütenstaub verursacht vor allem Haut- und Atemprobleme. Eine individuelle Behandlung hilft.

Milde Temperaturen treiben die Vegetation an: Esche, Birke und Platane stehen im April in Hochblüte, Erle und Hasel haben immer noch Saison, und die Gräser beginnen gerade, ihre Pollen zu verbreiten. Allergiker sind jetzt mitunter mehrfach belastet.

„Jedes Tier kann pollenallergisch sein. Hauptsächlich bekannt ist es bei Hunden, Katzen und Pferden“, sagt Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt, unter welchen Symptomen die Vierbeiner leiden und wie ihnen geholfen werden kann.

Juckreiz und Atembeschwerden

Bei empfindlichen Hunden verursacht der Blütenstaub vor allem Hautprobleme. Juckreiz macht den Haustieren zu schaffen, sie kratzen kahle Stellen ins Fell, die sich leicht entzünden. Dazu kommen oft Ohrenschmerzen, manchmal Nasenfluss und rinnende Augen. Bei Katzen beeinträchtigt der Pollenflug in erster Linie die Atemwege, im schlimmsten Fall entwickeln die Freigänger Asthma. Eingeschleppte Pollen, die an der Kleidung haften oder sich beim Lüften im Vorhang verfangen, können auch reine Wohnungskatzen krank machen. Juckreiz kommt ebenso vor.

Schwierige Ursachenforschung

„Wichtig ist zunächst, die Symptome zu beobachten und mit dem Tierarzt zu besprechen“, sagt Reitl. Wann tritt die Allergie das erste Mal im Pollenjahr auf? Welche Auswüchse hat sie? Blühen potenzielle Auslöser in der Hundezone oder auf der Lieblingswiese des Streuners? Ein Hauttest oder die Erhebung von Blutwerten helfen dem Experten beim Identifizieren der Allergene. „Sensible Vierbeiner sind nicht auf alle Pollen gleichermaßen allergisch“, beschreibt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn die schwierige Ursachenforschung. Außerdem tritt die Pollenallergie oft mit einer zweiten Allergie auf – wie einer Überreaktion auf Hausstaubmilben, Schimmelpilz oder Futtermittel.

Individueller Therapieplan

„Jeder Patient braucht eine individuelle Behandlung, das Management Zeit“, sagt Reitl. Dem einen helfen Hyposensibilisierungslösungen, dem anderen Antihistaminika bzw. Allergiemedikamente, dem dritten so genannte „Allergieimpfungen“. Bei manchen ist es sinnvoller, die Symptome zu therapieren als die Allergie. Wichtiger Faktor bei allen Maßnahmen ist das Management. Auch Vorsorge mit einem Antiallergikum ist möglich. „Es gibt laufend Neuentwicklungen und Präparate mit weniger Nebenwirkungen“, sagt der KURIER-Tiercoach: „Nachfragen lohnt.“

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