Boxerkeratitis: Die schmerzhafte Krankheit kann alle Rassen treffen

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Wissen
05/25/2020

Tiercoach: UV-Licht begünstigt Erkrankung der Hornhaut

Die Erosive Keratitis tritt im Frühling häufiger auf. Diagnose und Therapie sind schwierig.

von Hedwig Derka

Immer wieder schließt der Hund das Lid krampfartig und blinzelt lichtempfindlich in den Tag. Das Auge ist gerötet und tränt, mitunter scheint es, als weinte der Patient Blut. Die Bindehaut ist geschwollen.

„Die Erosive Keratitis ist eine oberflächliche Hornhauterkrankung. Sie tritt vermehrt im Frühling und im Sommer auf“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt, warum die Diagnose nicht einfach ist und welche Behandlung Erfolg verspricht.

„Es gibt sehr viele Keratitiden; die Erosive wird auch Boxerkeratitis genannt. Sie häuft sich bei kurzschnauzigen Rassen, kann aber alle Hunde treffen. Hauptsächlich ab sieben Jahren“, sagt Reitl. Bei der Erkrankung löst sich die deckende Zellschicht von der darunterliegenden Hornhautschicht ab, manchmal ganz, manchmal stellenweise. In Folge reißt das Deckgewebe durch die Reibung des Lidschlages ein. Jeder Augenaufschlag verschlimmert den Defekt.

„Oft erkennt nur ein Augenspezialist, ob die Hornhaut einen kleinen Kratzer hat, oder ob eine Erosive Keratitis vorliegt“, sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Um den Verdacht zu bestätigen, wird das Auge mit einem fluoreszierenden Farbstoff gefärbt. Dieser zeigt die Verletzung allerdings erst an, wenn die Hornhaut bereits eingerissen ist. Daher braucht es meist auch ein spezielles Mikroskop für die schwierige Diagnose. Verwechslungsgefahr besteht mit einer unkomplizierten Verletzung der Hornhaut. Diese ist mit einer heilungsfördernden bzw. antibiotischen Augensalbe gut behandelbar und meist innerhalb einer Woche gänzlich abgeklungen.

Aufwendige Therapie

Die Therapie der Erosiven Keratitis dagegen ist aufwendiger. „Sie muss oft chirurgisch unter Lokalanästhesie, selten in Narkose erfolgen“, sagt Reitl. Der Augenarzt glättet die losen Ränder, indem er die losen Zellen mit einer Hornhautfräse entfernt. Oft ritzt er  zusätzlich die Randbezirke mittels Nadel oberflächlich ein und schafft damit eine Verankerung für die nachwachsende Zellschicht. In vielen Fällen tritt die Erkrankung nach ein paar Monaten erneut auf. Mitunter sind beide Sehorgane betroffen, abwechselnd oder gleichzeitig.

Die Ursache für das schmerzhafte Leid ist  noch nicht gänzlich erforscht. Vermutet wird eine genetische Strukturschwäche am Auge in Kombination mit einer erhöhten UV-Licht-Einstrahlung. Vorsorgemaßen gibt es nicht. „Bei der Boxerkeratitis muss man mit mehreren Schüben rechnen“, fasst der KURIER-Tiercoach die Therapieerfolge zusammen: „Nach einer guten Behandlung, regelmäßigen Kontrollen und dem Nachbessern kann die Hornhaut aber auch ausheilen und bis ans Lebensende gesund bleiben.“

Probleme mit der Katze, Sorgen um den Hund, Fragen zu Sittich, Schildkröte & Co? Schreiben Sie an: tiercoach@kurier.at

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