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10.09.2018

Tiercoach: Katzenleukämie bleibt oft lange unentdeckt

Leukose hat viele Gesichter. Bricht die Krankheit aus, gibt es keine Heilung. Eine Impfung kann schützen.

Leukose zählt zu den heimtückischsten Katzenkrankheiten. Einige Tiere haben das Virus im Blut, können es aber gänzlich eliminieren; andere sind infiziert, erkranken jedoch nicht. Bei manchen Patienten bricht das Leid gleich aus; die meisten zieht das Virus schleichend in Mitleidenschaft, Begleitkrankheiten führen schließlich zum Tod.

Katzenleukämie hat viele Gesichter“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt, wodurch der Erreger übertragen wird und warum die Impfung nicht für alle Vierbeiner sinnvoll ist.

Übertragung

Das feline Leukämie-Virus FeLV wird über Speichel, Kot und Urin von Katze zu Katze übertragen. Ein Nasen-Stüber, gemeinsame Futternäpfe, eine Bissverletzung beim Kampf ums Revier oder im Zuge der Paarung bringen vor allem Freigänger in Gefahr. Auch Jungtiere, chronisch Kranke und altersschwache Tiere zählen zu den Risikogruppen.

Geschwächtes Immunsystem

„Hauptproblem ist, wenn es durch das Virus zu einer tumorösen Entartung der weißen Blutzellen kommt. Das führt zu einer generellen und ausgeprägten Immunschwäche“, sagt der Zoodoc. Dann bedrohen schon einfache Infektionen das Leben der Katze. Die Virusinfektion selbst sieht man dem Tier lange Zeit nicht an. Später tritt sie in unterschiedlichster Weise zu Tage: Der Patient ist appetitlos und matt, Hautwunden heilen schlecht, Zahnfleischentzündungen werden chronisch. Auch Tumore in Darm, Nieren oder Leber kommen vor, die Wahrscheinlichkeit für Krebs steigt. In besonders schlimmen Fällen nehmen die roten Blutzellen ab. Nicht zuletzt kann das Knochenmark befallen sein. „Die verschiedenen Symptome machen die Diagnose so schwer“, sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn.

Impfung nicht für Wohnungskatzen

Ist die Katzenleukämie einmal ausgebrochen, besteht keine Chance mehr auf Heilung. Vorbeugend freilich gibt es eine Impfung. „Sie wird aber nur unter bestimmten Umständen verabreicht“, sagt der Zoodoc. Reine Wohnungskatzen sollten der Belastung und den möglichen Impfschäden nicht ausgesetzt werden. Bei Freigängern berät der Tierarzt des Vertrauens. „Gibt es eine individuelle Empfehlung, können Katzen ab der achten Lebenswoche geimpft werden“, sagt der KURIER-Tiercoach. Vier Wochen später, vor dem ersten Freigang, folgt der zweite Nadelstich. Für einen verlässlichen Schutz muss jedes Jahr aufgefrischt werden.

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