Wissen 07.05.2018

Tiercoach: Auf der Kuhalm gehört der Hund an die Leine

© Bild: Getty Images/iStockphoto/emholk/iStockphoto

Wanderer sollen einen großen Bogen um Weidevieh machen. Nur wenn Kühe angreifen, wird der Hund abgeleint.

Die Kühe treibt es zur Sommerfrische. Anfang Mai bis Ende Juni – je nach Höhenlage – übersiedeln sie vom Stall auf die Alm. Die aufblühende Natur zieht auch Wanderer in die Berge – der Hund kommt mit. Treffen Nutztier, Haustier und Mensch aufeinander, kann es zu kritischen Situationen kommen. Das muss nicht sein.

„Für Hundeführer ist es wichtig, Rücksicht auf das Weidevieh zu nehmen und seinen Liebling unter Kontrolle zu halten“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach erklärt, wo die Gefahren liegen und wie Unfälle vermieden werden können.

Wie ein Wolf

Ob Mutterkuhherde, in der erwachsene Tiere ihren Nachwuchs beschützen, Jungtierherde mit übermütigen Paarhufern oder Kuhherde, die instinktiv auf den Hund wie auf einen Wolf reagiert – Abstandhalten ist für Wanderer der beste Schutz. „Wenn es sich irgendwie vermeiden lässt, sollte die Weide nicht überquert werden“, sagt Reitl. Warnschilder sind unbedingt zu beachten. Klar ist: Die Alm ist kein Streichelzoo. Ein Umweg ist vor allem dann einzuschlagen, wenn die Kühe bereits unruhig sind oder die Ausflügler fixieren.

Abstand halten

„Der Hund hat am Berg angeleint zu sein“, sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Beim Passieren von Weidevieh – Mindestdistanz 20 m bis 50 m – muss der Vierbeiner an die kurze Leine. Wenn möglich, soll er „im Schatten des Menschen verschwinden“. In einer Wandergruppe kann er in die Mitte genommen und so vor den Kuhaugen abgeschirmt werden. „Ziel ist, dass es zu gar nicht zum Zwischenfall kommt. Gegen 800 Kilo kann auch ein Stock kaum etwas ausrichten“, sagt Reitl. Bei einem Angriff freilich muss der Hund umgehend abgeleint werden. Er kann im Gegensatz zum Menschen schnell genug flüchten.

Gefahren am Berg

„Weidevieh ist nicht die einzige Gefahr für Hunde am Berg“, sagt der KURIER-Tiercoach. Freilaufende Vierbeiner können auf schmalen Pfaden abstürzen oder wenn sie Wildtieren nachjagen. Hunde müssen daher – auch zum Schutz von Hase, Reh und Co. – an Brustgeschirr und Leine. Zudem können ihnen Durst, Sonne und steiniges Gelände zusetzen. Bis zu zwei Liter Wasser pro Hund gehören daher ins Marschgepäck, Sonnenschutz für empfindliche Schnauzen und Ohren sowie Verbandsmaterial. „Schon bei der Planung muss die Tour der Kondition von Hund und Halter angepasst werden“, betont Reitl. Erschöpfung verdirbt jeden Ausflug.

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( kurier.at , hed ) Erstellt am 07.05.2018