Wissen
27.03.2018

Mumienreste in Sarg gefunden, der 150 Jahre im Museum stand

Der Sarg stand seit 150 Jahren in einem australischen Museum, wurde aber nie untersucht.

Forscher haben in Australien die Überreste einer Mumie in einem rund 2.500 Jahre alten ägyptischen Sarg entdeckt. Kurios: Der Holzsarg war über 150 Jahre im Nicholson Museum der Universität Sydney untergebracht, wurde aber nie geöffnet.

"In den Aufzeichnungen stand, dass der Sarg leer oder mit Schutt gefüllt ist", erklärte Jamie Fraser, Studienleiter und Kurator am Nicholson Museum der Universität Sydney. Daher sei der Sarg nie untersucht worden. Drei weitere Särge im Museum mit erhaltenen Mumien hätten ihn lange Zeit in den Schatten gestellt, so Fraser.

Erst im vergangenen Jahr öffneten die Wissenschafter den aufwendig gestalteten Sarg. Sie hofften, darin noch Verbände oder vereinzelte Knochen zu finden. Tatsächlich sind nur noch etwa zehn Prozent der Mumie erhalten. Die Überreste seien in schlechtem Zustand, vermutlich aufgrund von Grabräubern, die auf der Suche nach Juwelen und Amuletten waren, erklärte Fraser.

Adeliger Erwachsener

Ersten Erkenntnissen zufolge sind die Überreste einer einzigen Person zuzuordnen, vermutlich einem etwa 30 Jahre alten Erwachsenen. Das Geschlecht vermochten die Forscher nicht zu bestimmen. Glaubt man den Hieroglyphen auf dem Sargdeckel, so handelt es sich um Mer-Neith-it-es, eine Adelige, die der Herrin des Sachmet-Tempels diente. Der Sarkophag stammt demnach aus der 26. Dynastie, rund 664 bis 525 v. Chr..