Wissen
04.09.2018

Shigellose: Was es mit der Infektionskrankheit auf sich hat

In britischen Medien finden sich nach dem Tod eines Paares vermehrt Berichte über Shigellose. Was man über die Krankheit wissen sollte.

Durchfall, Fieber, krampfartige Bauchschmerzen: Shigellose, auch Bakterienruhr genannt, zeichnet sich durch die typischen Symptome einer Durchfallserkrankung aus. Verursacht wird die Infektionskrankheit durch Bakterien der Gattung Shigella.

Derzeit berichten vor allem britischen Medien verstärkt über die Erkrankung. Grund dafür ist der plötzliche Tod eines britischen Pärchens in einem ägyptischen Urlaubsresort vor wenigen Tagen. Die Hotelanlage wurde nach dem Ableben des Paares evakuiert, bei zwei weiteren Gästen wurde eine Shigella-Erkrankung festgestellt. Wie der Telegraph berichtet, gehen britische Behörden davon aus, dass die Personen während ihres Aufenthalts in dem Hotel mit dem Bakterium in Berührung gekommen sind und vermuten einen Zusammenhang zwischen den Todesfällen und der Infektionskrankheit.

Shigella-Erreger können sich von erkrankten Personen direkt über verschmutzte Hände oder indirekt über Lebensmittel, Trink- und Badewasser oder verseuchte Gegenstände verbreiten, heißt es auf der Homepage des Bundesministeriums für Gesundheit über die Krankheit. Unter schlechten hygienischen Bedingungen würden auch Fliegen eine Rolle als Überträger spielen. Bereits eine sehr kleine Keimzahl genüge, um Krankheitszeichen auszulösen.

Hat man sich mit Shigellose angesteckt, vergehen in der Regel zwischen vier Stunden und vier Tage, bis erste Symptome auftreten. Neben den eingangs genannten Krankheitsanzeichen kann auch wässriger Stuhlgang, der mit Schleim oder Blut versetzt ist, auftreten. Die Dauer der Erkrankung beträgt im Durchschnitt sieben Tage, auch mildere und kurze Verläufe ohne schwere Krankheitszeichen kommen vor. Die Erreger können jedoch nach der Erkrankung für etwa ein bis sechs Wochen weiter über den Stuhl ausgeschieden werden.

Risikofaktor geschwächte Immunabwehr

Es können Menschen jedes Alters erkranken, besonders gefährdet sind jedoch Kinder im Vorschul- und Schulalter sowie ältere oder in ihrer Immunabwehr geschwächte Personen. In Österreich ist die Erkrankung an Shigellose meldepflichtig, in den letzten Jahren wurden laut Ministerium zwischen 50 und 100 Fälle jährlich registriert.

Laut Telegraph sind jährlich außerdem rund eine Million Todesfälle auf Shigella-Infektionen zurückzuführen. Vor allem Kinder seien gefährdet, nach einer Ansteckung an Dehydration oder Nierenversagen zu sterben. Auch Dickdarmrupturen können auftreten. Die Todesrate ist bei Shigella-Erkrankungen in Industrieländern allerdings sehr niedrig.

Eine Impfung gegen Shigellose gibt es nicht. Vorbeugen kann man, indem man Hygienemaßnahmen wie etwa Handdesinfektion und Sauberkeit bei Trinkwasser- und Nahrungsmittelzubereitung beachtet. In Ländern mit niedrigem Hygienestandard gilt zudem, ungekochte Speisen zu meiden.