Salamander kauen: Wo der Alpen-Kammmolch überall Zähne hat

Der Alpen-Kammmolch frisst untypisch für Wirbeltiere an Land.
Unüblich: Die Molche nutzen ihre sogenannte Gaumenbezahnung zum Zerkleinern der Nahrung.

Einige Salamander können kauen. Sie schlucken ihre Beute nicht wie bisher angenommen einfach herunter, berichten Wissenschafter der Friedrich-Schiller-Universität in Jena und der University of Massachusetts (Lowell/USA) im Fachmagazin "Journal of Experimental Biology". Sie hatten den Alpen-Kammmolch - Triturus carnifex - untersucht, der zu den Echten Salamandern gehört.

Ausnahme

Salamander kauen: Wo der Alpen-Kammmolch überall Zähne hat

Gefundenes Fressen für Triturus carnifex.

Die Forscher wiesen nach, dass die Kammmolche Beute wie Regenwürmer, Mückenlarven, Schnecken oder kleine Fische tatsächlich kauen - allerdings anders als die meisten landlebenden Wirbeltiere. Demnach nutzen die Molche ihre sogenannte Gaumenbezahnung, um die Beute zu töten und gleichzeitig aufzubrechen. Mit der Zunge würden die Beutetiere rhythmisch gegen den Gaumen gerieben. Dort befänden sich sehr scharfe Zähne, die bis zu einen Millimeter lang seien und ständig nachwachsen würden. Die Kieferbezahnung diene dagegen dazu, die Beute zu fangen und festzuhalten.

Zähne auf Kiefer und Gaumen

Die Biologen hatten sich gewundert, dass ein Molch bei der Nahrungsaufnahme Kopf, Kiefer und Zunge bewegt hatte. Bisher hatten Fachleute angenommen, dass Amphibien - zu denen der Kammmolch gehört - nicht kauen können. Untersuchungen in der Röntgen-Videoanlage am Institut für Zoologie und Evolutionsforschung der Universität Jena brachten dann schließlich den Beleg dafür, dass die Tiere Kauen. Die Forscher haben Hinweise darauf, dass dies auch andere Salamander können. Sehr ähnliche Kaumechanismen würden sich bei ursprünglichen Säugetieren wie Ameisenigel und Schnabeltier finden.

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