Wissen 07.03.2018

So sehen Sturm-Karusselle auf dem Jupiter aus

Juno-Aufnahme aus Infrarotbildern von Wirbelstürmen am Jupiter-Südpol. © Bild: APA/AFP/NASA/SWRI/JPL/ASI/INAF/IAFPS /-

Riesenplanet Jupiter: An den Polen toben gleich mehrere Wirbelstürme, wie neue Aufnahmen jetzt zeigen.

In den Polarregionen des Riesenplaneten Jupiter toben überraschende Sturm-Karusselle: Am Nordpol des Gasriesen umkreisen acht Wirbelstürme einen zentralen Sturm, am Südpol sind es fünf. Entsprechende Beobachtungen der Jupitersonde "Juno" der US-Raumfahrtbehörde NASA stellen Forscher um Alberto Adriani vom italienischen Astrophysikalischen Institut INAF im Fachmagazin Nature vor.

Jupiter-Sonde Juno
An illustration depicting the U.S. space agency's Juno spacecraft in orbit above Jupiter's Great Red Spot. NASA/JPL-Caltech/Han… © Bild: REUTERS/NASA

Drei weitere Teams berichten in derselben Ausgabe von weiteren Messungen der "Juno"-Mission. Die Polarregionen des größten Planeten unseres Sonnensystems sind wenig erforscht, weil Jupiters Rotationsachse keine große Neigung besitzt und seine Pole daher von der Erde kaum zu sehen sind. "Juno" ist die erste Raumsonde, die gezielt die Jupiterpole überfliegt. Auf den Aufnahmen der ersten fünf Überflüge sind deutlich die Muster der Wirbelstürme zu sehen, die sich jeweils um einen zentralen Wirbelsturm bewegen, der direkt über dem Pol sitzt.

Nordpol: Acht Wirbelstürme umkreisen einen zentralen Sturm
This composite image provided by NASA, derived from data collected by the Jupiter-orbiting Juno spacecraft, shows the central cy… © Bild: AP/ap

Überraschenderweise scheinen die kreisenden Wirbelstürme nicht in die Mitte zum zentralen Sturm am Pol zu driften, wie es die Atmosphärendynamik erwarten lässt. Die Art und Weise, wie die Zyklone nicht verschmelzen, sei ebenso unbekannt wie der Prozess, über den sie sich zu der derzeitigen Konfiguration entwickelt haben, schrieben die Wissenschafter in "Nature".

Ein weiteres Forscherteam hat die großen Jetstreams in Jupiters Atmosphäre untersucht. Diese Ost-West-Winde reichen von der äußersten Wolkenschicht aus gesehen in Tiefen von bis zu 3.000 Kilometern, wie die Wissenschafter um Yohai Kaspi vom Weizmann-Institute in Israel berichten. Ihre Analyse basiert auf einer genauen Messung der in Nord-Süd-Richtung erstaunlich asymmetrischen Jupiter-Schwerkraft durch "Juno", die Luciano Iess von der Universität Rom und Kollegen in Nature vorstellen.

Jupiters roter Fleck
Jupiter's Great Red Spot is shown in this photo taken July 10, 2017. The vista was created by citizen scientists Gerlad Eichsta… © Bild: REUTERS/NASA

Diese Messungen zeigten auch, dass unterhalb von etwa 3.000 Kilometern das flüssige Innere von Jupiter wie ein fester Körper rotiere, schriebein Team um Tristan Guillotvon der Universität der Cote d'Azur. Die Atmosphäre des Gasriesen, die etwa ein Prozent seiner gesamten Masse ausmacht, rotiert dagegen in verschiedenen geografischen Breiten unterschiedlich schnell. Jupiter ist von einer dichten Wolkenhülle umgeben, in die wir von der Erde aus nicht weit hineinsehen können.

( Agenturen , kurier.at , em ) Erstellt am 07.03.2018