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Pick it like Beckham: Der Kult um die Panini-Sticker

Nur ein Team schafft es bei der WM an die Spitze. In einer anderen Disziplin kann jeder Weltmeister werden – im Sammeln von Fußball-WM-Pickerln.
Viele verschiedene Fußball-Sammelbilder mit Spielern, Teams und Logos liegen übereinander.

Die Show in Kanada, Mexiko und den USA beginnt zwar erst am 11. Juni, aber: Wer ein echter Weltmeister, eine echte Weltmeisterin sein will, ist lange schon mitten drin im Fußballfieber – und kauft, reißt auf, klebt ein, tauscht.

Das dickste Album bisher

Anfang Mai brachte Panini das aktuelle Album und die Sticker zur Fußball-WM 2026 heraus. Es ist mit seinen 112 Seiten und 980 Pickerln das dickste und umfangreichste Sammelalbum überhaupt, das liegt auch an der Teilnehmerzahl von 48 Mannschaften. Bei der WM in Katar 2022 kam man noch mit 670 Stickern aus.

Mathematisch versierte Menschen in sozialen Medien haben nachgerechnet, wie viel es denn kosten würde, das 2026er Album vollständig zu füllen, und kamen auf Summen bis zu 1.600 Euro: Wegen der unvermeidlichen Doppelung der Sticker und dem Kauf von Nachschub sei nämlich der Erwerb von bis zu 1.000 Packerln nötig.

Sammelbilder in Schokoladetafeln

Diese Rechnung wurde aber ohne eine wichtige Variable aufgestellt, den (Tausch-)Transfermarkt in der Klasse, am Spielplatz oder – so es sich um Erwachsene handelt – im Büro. Sammelbildchen sind jedoch keine Erfindung des 20. Jahrhunderts: Schon in den 1850er-Jahren begann die Kölner Schokoladenmanufaktur Stollwerk, Einwickelpapiere mit Bildern zu bedrucken.

Plakat zur Fußball-Weltmeisterschaft 1970 in Mexiko mit Austragungsorten und dem mexikanischen Wappen.

Das Plakat zur Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in München zeigt einen Fußballspieler in Aktion vor schwarzem Hintergrund.

Ein Fußballspieler vor dem FIFA-Pokal und Flaggen für die Weltmeisterschaft Argentinien 1978.

Ein Fußballspieler dribbelt auf einer Karte Europas mit Flaggen, "España 82 World Cup" steht oben.

Das Logo der Fußball-Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko zeigt eine Weltkugel, einen Fußball und die Flaggen der teilnehmenden Länder.

Zwei Fußballspieler kämpfen um den Ball vor dem Hintergrund des "Italia '90 World Cup"-Logos und Länderflaggen.

Das Poster zur Fußball-Weltmeisterschaft USA '94 zeigt Flaggen, einen Ball und die Freiheitsstatue.

Das offizielle Produkt zur Fußball-Weltmeisterschaft Frankreich 98 zeigt eine Weltkugel mit Länderflaggen.

Das Logo der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2002 Korea/Japan ist mit Landesflaggen umrandet.

Das Cover des Panini-Sammelalbums zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006 zeigt das Turnierlogo und einen Fussball.

Das Logo der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010 mit Länderflaggen umrandet.

Das offizielle Panini-Sammelalbum zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014 mit Fußballspieler.

Das Cover des Panini-Sammelalbums zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018 zeigt das offizielle Logo und Länderflaggen.

Das Panini-Sammelalbum zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™ mit Logo und Illustrationen auf bordeauxfarbenem Grund.

Eine Marketingstrategie

Später wurden den Süßigkeiten Bilder beigelegt, die als Serie konzipiert waren; die Bandbreite reichte von exotischen Tieren über Persönlichkeiten bis zu technischen Errungenschaften. Andere Unternehmen erkannten den Wert dieser Marketingstrategie und sprangen auf, Anfang des 20. Jahrhunderts tauchten Alben zum Einkleben auf.

Ein Hauch Nostalgie schwingt 2026 aber mit – die Ära der Panini-WM-Sticker ist bald vorbei. Der Weltfußballverband FIFA vergab die Lizenz neu: Nach der WM 2030 kommt Topps, eine Tochter des US-Konzerns Fanatics, zum Zug. Das Unternehmen hat auch schon die Sticker für die Fußball-EM 2024 produziert.

Damit geht eine Geschichte zu Ende, die 1961 im italienischen Modena mit dem Familienbetrieb Panini begonnen hatte.

Ein roter Kiosk mit der Aufschrift "Gazzetta di Modena" ist gut gefüllt mit Zeitschriften und Zeitungen.

Vier Männer betrachten gemeinsam Sammelalben, während im Hintergrund zahlreiche Poster und Sticker an der Wand hängen.

Das Bild zeigt eine Panini-Sammelkarte von Bruno Bolchi (Inter Mailand) aus dem Jahr 1961.

In einer Fabrikhalle arbeiten Frauen an langen Maschinen, möglicherweise in der Zigarettenherstellung.

Ihr erstes Stickeralbum enthielt Bilder italienischer Fußballspieler, 1970 wurde erstmals eine WM mit einem Pickerlalbum begleitet. Davor erschienen andere Serien von Sammelalben abseits sportlicher Großereignisse, Flugzeuge etwa.

Die "Fifimatic"

Um die Sticker zu mischen und abzufüllen, entwickelten die Paninis eine eigene Maschine, die "Fifimatic". Zuvor nützten sie ein Butterfass oder warfen, so erzählt man sich in Modena, die Pickerln einfach in die Luft und schaufelten sie am Boden durcheinander.

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