Der Eingriff wird wie bei einer Fettabsaugung über kleine Eintrittslöcher durchgeführt.

© Gerhard Deutsch

Operation gegen Schweißproblem
07/30/2012

Operation gegen Schweißproblem

Es gibt viele Tipps gegen Schwitzflecken – wem keiner davon hilft, dem bleibt die Absaugung der Schweißdrüsen.

Diese Woche wird es endlich wieder heiß. Bei hohen Temperaturen haben alle mit einem Problem zu kämpfen, das meist nur wenige beschäftigt: übermäßiges Schwitzen. Helfen Deo und Anti-Transpirant nicht, gibt es medizinische Lösungen, die Schweißproduktion in den Griff zu bekommen.

Eine davon ist Botox. Das Nervengift lässt nicht nur Falten verschwinden, sondern sorgt für trockene Verhältnisse unter den Achseln – allerdings hält der Effekt nur etwa ein halbes Jahr lang. Eine andere Methode, den unangenehmen Schwitzflecken dauerhaft Herr zu werden, ist die Schweißdrüsen­absaugung.

Larissa, 22, geniert sich schon seit ihrer Pubertät für ihre Schwitzflecken: "Ich habe mir im Fernsehen oft Sendungen über Schönheitsoperationen angesehen und bin so auf die Idee gekommen, dass ich mir die Schweißdrüsen absaugen lassen könnte." Botox war für Larissa keine Option, "weil man das dauernd wiederholen muss". Der Schönheitschirurg Jörg Knabl, der den Eingriff bei ihr durchführt, erklärt: "Es funktioniert ähnlich wie bei einer Fettabsaugung. Der Unterschied liegt in der Art der Kanüle und in der Tiefe, in der gearbeitet wird."

Bei der Schweißdrüsenabsaugung arbeitet der Arzt an der Grenze zur Lederhaut – sonst im Fettgewebe zwischen Lederhaut und Muskel. Die Achseln werden lokal betäubt, die Kanüle wird durch kleine Öffnungen unter die Haut geführt. Als sich Knabl mit dem dünnen Rohr den Weg unter Larissas Achselhaut bahnt, um Schweißdrüsen und etwas umliegendes Gewebe abzusaugen, bleibt Larissa ruhig: "Es fühlt sich an, als würde jemand auf der Haut rubbeln." Nach etwa 20 Minuten ist die nächste Achsel dran.

Alternativen

Für jene, die sich nicht gleich auf den OP-Tisch legen wollen, hat die Dermatologin Univ.-Prof. Jolanta Schmidt Tipps: "Während heiße Getränke, Kaffee und scharfe Speisen die Schweißproduktion anregen, helfen gekühlter Grüner Tee oder Pfefferminztee." Zusätzlich empfiehlt die Dermatologin pflanzliche Tabletten, die die Schweißsekretion bremsen.

Wenn das nicht hilft, kann der Hautarzt ein aluminium­chloridhaltiges Gel verschreiben – dieses wird in geringeren Dosen auch für Anti-Transpirants verwendet. "Es gibt viele Möglichkeiten, aber es kommt auf den jeweiligen Schwitztyp an", sagt Schmidt. "Bei vielen kann man die Schwitzfunktion ändern oder steuern. Wenn das nicht klappt, ist die Operation noch immer eine Alternative."

Allerdings muss man sich bewusst sein, dass der Körper den Schweiß dennoch ausscheiden muss – wenn nicht über die Achseln, dann an einer anderen Körperstelle. Die Kosten für solche Eingriffe liegen je nach Aufwand bei 1800 bis 2800 Euro.

Schweißdrüsen: Schutz für die Haut

Verteilung Die Schweißdrüse liegt in der Lederhaut – der dort produzierte Schweiß wird über die Poren in der Oberhaut ausgeschieden. Jeder Mensch besitzt zwei bis vier Millionen Schweißdrüsen – auf der Stirn etwa 600, auf dem Rücken hingegen nur ca. 60 Schweißdrüsen pro Quadratzentimeter. Man unterscheidet zwischen ekkrinen, die sich auf dem Körper verteilen und apokrinen Schweißdrüsen, die in bestimmten Hautgebieten (Achselhöhle, Brustwarzen, Genitalbereich) Duftstoffe abgeben.

Funktionen Die Hauptfunktion der Schweißdrüsen ist die Regulation des Wärmehaushalts. Im Schweiß der ekkrinen Schweißdrüsen findet man Stoffe, die der Immunabwehr dienen. Diese wirken gegen Bakterien und Pilze und helfen dabei, die natürliche Hautflora zu regulieren. Durch die Mischung von ekkrinem und apokrinem Schweiß verschiebt sich der pH-Wert im Bereich der Achselhöhlen in den alkalischen Bereich. Das schwächt die Barrierefunktion gegen Hautkeime.

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