Wissen und Gesundheit
27.07.2017

Österreich hat zweithöchste Hepatitis-Todesrate in der EU

Eurostat-Statistik: Italien liegt an der Spitze. Welt-Hepatitis-Tag am 28. Juli will Bewusstsein für Hepatitis C erhöhen.

Österreich weist innerhalb der 28 EU-Staaten die zweithöchste Todesrate pro Kopf bei Hepatitis auf. Laut Eurostat-Daten vom Donnerstag liegt Italien mit 40 Hepatitis-Toten auf eine Million Einwohner an der Spitze. Österreich kommt auf 32 Todesopfer, Lettland liegt mit 23 auf Rang drei. In Finnland ist die Rate mit zwei am niedrigsten. Der EU-Durchschnitt liegt bei 14 Toten auf eine Million Bürger.

Hinter dem Spitzentrio folgen Spanien und Ungarn (je 20 Hepatitis-Todesopfer pro Million), Portugal (15), Luxemburg und Kroatien (je 12), Litauen (11), Deutschland und Griechenland (je 10), Estland, Frankreich und Polen (je 9), Belgien und Malta (je 7), Irland und Schweden (je 6), Bulgarien, Dänemark und Großbritannien (je 5), Rumänien, Slowakei, Tschechien und Zypern (je 4), sowie Niederlande und Finnland (je 2).

268 Todesfälle im Jahr 2014

In absoluten Zahlen gab es 2014 die meisten Hepatitis-Toten in Italien (2.820), gefolgt von Spanien (919), Deutschland (872) und Frankreich (576). Dann kommen Polen (324), Großbritannien (278) und Österreich (268). Am unteren Ende rangieren Zypern und Malta (je 3 Todesopfer).

Anlässlich des Welt-Hepatitis-Tages am 28. Juli wies der Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs (Pharmig) darauf hin, dass das Bewusstsein der Bevölkerung für Hepatitis C erhöht werden müsse. Die heute eingesetzten Medikamente seien günstiger, müssten kürzer eingesetzt werden und stünden allen Patienten zur Verfügung - nicht nur jenen, die sich in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung befinden, so Pharmig-Generalsekretär Jan Oliver Huber. Mit einer Impfung schützen kann man sich aber nur gegen Hepatitis B. Mit modernen Medikamenten ist Hepatitis C heute in den meisten Fällen heilbar.

„Weltweit sterben mehr Menschen an Virushepatitis als an HIV und Malaria“, erläuterte Angelika Widhalm, Vorsitzende der „Hepatitis Hilfe Österreich - Plattform Gesunde Leber (HHÖ)“ im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien.

„In Österreich gehen wir derzeit von etwa 20.000 bis 40.000 Hepatitis C Betroffenen aus. Weltweit sind es rund 180 Millionen Menschen, von denen wir wissen, dass sie infiziert sind“, so Interessensvertreterin Widhalm. Die meisten aktuell verfügbaren Zahlen sind Schätzungen und Hochrechnungen, was effektive Strategien bremst.