A man sunbathes on a beach in Hong Kong October 26, 2007. A growing trend in East Asia to soak up the sun either on beaches or in tanning salons is worrying dermatologists in the region who say they are seeing a rise in skin cancer, which is caused by cumulative over-exposure to the sun. Picture taken October 26, 2007. To match feature CANCER-SKIN/ASIA REUTERS/Bobby Yip (CHINA)

© Reuters/BOBBY YIP

UV-Belastung
08/02/2013

Neue Therapien gegen weißen Hautkrebs

Flecken und Wunden werden oft unterschätzt, ziehen aber unangenehme Folgen nach sich.

von Laila Daneshmandi

Er zeigt sich meist in Form von Flecken, Knötchen oder Wunden, die lange Zeit nicht abheilen. Manchmal jucken sie, schmerzen, verkrusten oder bluten sogar. Vorzugsweise tritt der weiße Hautkrebs an Körperstellen auf, die stark der Sonne ausgesetzt sind. Hierbei rächen sich Sonnenbrände, die man in der Jugend hatte, erst im hohen Alter.

Univ.-Prof. Hubert Pehamberger, Leiter der Dermatologie an der MedUni Wien, erklärt: „Allein in den USA werden jährlich bis zu drei Millionen neue Fälle von weißem Hautkrebs verzeichnet. Hierzulande werden die Fälle leider nicht dokumentiert. Die Tendenz ist jedoch weltweit steigend.“ Schätzungen zufolge sind etwa 15.000 Österreicher betroffen – die Dunkelziffer soll doppelt so hoch sein. Nur im Frühstadium ist die Krankheit praktisch immer heilbar.

Zwar sind Basalzell- und Plattenepithelkarzinome nicht ganz so tödlich wie der schwarze Hautkrebs, jedoch ist der weiße auch nicht ungefährlich. Wird er nicht behandelt, breitet er sich nämlich aus und kann bei wichtigen Sinnesorganen wie den Augen, der Nase oder den Ohren zu Entstellungen führen, sie sogar zerstören und im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen. Bei einer chirurgischen Entfernung muss die Stelle großflächig behandelt werden, da meist auch umliegendes Gewebe genetisch verändert ist.

Entstellend

Hier setzen die neuen Therapien an, denn: „Großflächige Entfernungen können sehr stigmatisierend sein“, sagt der Dermatologe Univ.-Prof. Rainer Kunstfeld von der MedUni Wien. „Und es gibt Fälle, wo auch die Chirurgen an ihre Grenzen kommen.“ Neben diversen Strahlen-, Chemo- und Fotodynamischen Therapien gibt es etwa die Immuntherapie mit Imiquimod, die das körpereigene Immunsystem aktiviert und hilft, wieder gesunde Haut zu produzieren. „Die Creme wird drei Mal wöchentlich aufgetragen und führt bei oberflächlichen Hautveränderungen dazu, dass die geschädigten Hautareale absterben“, sagt Kunstfeld.

Ein weiterer neuer Wirkstoff ist von der Natur inspiriert. Das in Australien wachsende Unkraut Garten-Wolfsmilch bringt Warzen und weißen Hautkrebs zum Verschwinden. Doch auch dieses Präparat ist nur für die Anwendung bei oberflächlichen Tumoren geeignet.

Für die Behandlung von ausgedehnten Basalzellkarzinomen wurde nun der neue Wirkstoff Vismodegib entwickelt, er erhielt in Österreich kürzlich eine bedingte Zulassung. Mit der Einnahme von einer Kapsel täglich konnten im Rahmen von Studien bisher gute Erfolge erzielt werden. Doch es traten auch Nebenwirkungen wie Muskelschwäche, Geschmacksstörungen oder Haarausfall auf. „In Zukunft wird es unterschiedliche Konzentrationen von Wirkstoffen geben. Auch die Entwicklungsgeschichte des Unkrauts birgt spannende Optionen.“

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