Die Weltraumpionierin der NASA schrieb Geschichte.

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Wissen
05/28/2019

Miss Able & Miss Baker: Vor 60 Jahren flogen die Äffchen ins All

Am 28. Mai 1959 schickten die USA zwei Affen-Damen ins All, die Tiere überlebten und lieferten wichtige Daten für die Forschung.

von Hedwig Derka

„Die Tiere haben ihren Ländern Dienste erwiesen, die kein Mensch übernommen hätte.“ Die US-Raumfahrtbehörde NASA erinnert dieser Tage insbesondere an zwei fellige Pionierinnen, die mit ihrem Höhenflug Geschichte schrieben: Am 28. Mai 1959 starten Miss Able – wildes Rhesusäffchen aus Kansas – und Miss Baker –  zahmes Totenkopfäffchen aus den Urwäldern Perus – von Cape Canaveral ihre Reise ins All.  15 Minuten später fischt ein US-Marineboot die Versuchskaninchen unversehrt aus dem Karibischen Meer. „Able, Baker perfekt. Keine Verletzungen oder anderen Schwierigkeiten“, funkt der Kapitän damals nach Florida. Die beiden Astronautinnen überleben als erste US-Tiere einen Flug in der Schwerelosigkeit und liefern damit wichtige Daten für die bemannte Raumfahrt.

Stars

„Baker war wie eine kleine Puppe. Aber Able war genau das Gegenteil. Man konnte sich ihr nicht nähern“, erinnert sich der Kapitän später. Die Affen-Damen werden zu Stars. Viele Raumfahrtwissenschafter sind begeistert, viele Tierschützer empört.

Miss Able stirbt wenige Tage nach ihrem kosmischen Ausflug. Elektroden, die ihr unter die Haut implantiert wurden, entzünden sich. Eine Operation überlebt das Affenweibchen nicht. Ausgestopft erinnert Able bis heute im Luft- und Raumfahrtmuseum in Washington an den Meilenstein.

Miss Baker lebt noch 25 Jahre.  Wegen hoher Haltungskosten wird sie 1971 an das USB Space & rocket Center in Huntsville verschenkt. 1984 stirbt sie, 27-jährig, an Nierenversagen. Mehr als 300 Menschen erweisen ihr die letzte Ehre.

Pioniere

Auch andere Tiere bringen es im Weltraum zu Weltruhm. Allen voran die sowjetische Mischlingshündin Laika: Die UdSSR setzt den Vierbeiner bereits 1957 in eine Kapsel – heile Rückkehr zur Erde nicht vorgesehen – und eröffnet damit das Rennen der Großmächte zum Mond. Bis 1962 schickt die Sowjetunion 29 Hunde bis an die Grenzen des Weltraums, der Großteil überlebt nicht.

Insekten bis Quallen

Auf Hund und Äffchen folgen größere Primaten, auch Katzen, Mäuse, Insekten, Mikroben und Schildkröten. Amerika experimentiert zunächst mit Fruchtfliegen. Schließlich fliegen Kaninchen, Quallen und Spinnen, Schmetterlinge und Würmer in die Schwerelosigkeit.

Heute bleiben Tiere  am Boden: „Es gibt wenig Möglichkeiten für eine Mission mit Tieren“, so die  NASA: „Das Forschungsprojekt muss schon ziemlich wichtig sein, um einen Platz zu bekommen.“ Auch ja: „Und wenn Tiere mitreisen, dann ist ihr Wohlergehen ein zentraler Punkt.“