Wissen und Gesundheit
07.01.2018

Stärkt D-Mannose die Blase gegen Entzündungen?

Die natürliche Zuckerart soll Abhilfe schaffen.

Viele Frauen kennen die Symptome einer Blasenentzündung nur zu gut: Sie müssen häufig auf die Toilette, und das Wasserlassen schmerzt und brennt. Die Beschwerden lassen sich meist gut behandeln und verschwinden rasch wieder. Für manche Betroffene bleibt es jedoch nicht dabei: Die Harnwegsinfektion kehrt wieder – manchmal sogar mehrmals pro Jahr.

Bakterien binden

Praktisch wäre da, wenn sich eine solche Entzündung von vornherein verhindern ließe. Präparate mit dem Wirkstoff „D-Mannose“ – einer natürlichen Zuckerart – versprechen genau das. In Laborexperimenten hat sich herausgestellt, dass Mannose Bakterien binden kann. Angeblich auch jene Bakterien, die in der Blase für die schmerzhafte Entzündung sorgen. Die Public Health-Experten des Info-Service-Portals "medizin transparent" und der Donau-Universität Krems haben die Faktenlage zum Thema geprüft.

Studienlage ist nicht ausreichend

Der Körper kann die Zuckerart nur schlecht verwerten und scheidet den Großteil davon mit dem Urin aus. Binden die entzündungsfördernden Bakterien nun an die Mannose, sollten sie sich theoretisch nicht mehr in den Harnwegen ansiedeln können und dort eine Infektion auslösen. Stattdessen werden sie angeblich einfach mit dem Urin in die Toilette gespült.

Zwei Studien sollen zeigen, dass dies tatsächlich funktioniert und Mannose Blasenentzündungen vorbeugen kann. Der Haken ist jedoch: Die Ergebnisse halten nicht, was sie versprechen – denn die Studien sind mangelhaft und nur wenig vertrauenswürdig. Belege für die Wirksamkeit von Mannose gibt es bisher keine.

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