Schaden Wutanfälle dem Herzen?

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Belastungen könnten auch die Gesundheit negativ beeinflussen.

Wut ist nicht nur ein Gefühl, auch der Körper reagiert: Der Blutdruck steigt, das Herz schlägt schneller und die Zornesröte im Gesicht zeugt von einer stärkeren Durchblutung. In Zeichentrickfilmen strömt Dampf aus den Ohren oder der Kopf explodiert – doch auch im wirklichen Leben scheint der Körper bei einem Wutausbruch belastet.

Wutanfälle vor Herzinfarkten?

Wissenschaftler interessieren sich dafür, ob diese Belastung auch die Herzgesundheit beeinträchtigen kann. Vor allem wollen sie wissen, ob ein Wutanfall unter Umständen einen Herzinfarkt auslösen kann. Vier verschiedene Forschungsgruppen befragten dazu Spitalspatienten nach einem Herzinfarkt, ob sie in letzter Zeit Wutanfälle gehabt haben. Sie wollten herausfinden, ob unmittelbar vor einem Herzinfarkt Wutanfälle häufiger auftraten als zu anderen Zeiten.

Risiko ist tatsächlich erhöht

Tatsächlich zeigen die Ergebnisse dieser Studien alle in dieselbe Richtung. Demnach könnte ein Wutanfall tatsächlich das Risiko für einen Herzinfarkt etwas erhöhen. Menschen, die etwa aufgrund ihrer ungesunden Lebensweise ohnehin schon ein erhöhtes Herzrisiko haben, wären dabei mit größerer Wahrscheinlichkeit betroffen als andere.

Allerdings lässt sich anhand der Studiendaten nicht ausschließen, dass in Wirklichkeit andere Faktoren als Wutanfälle für das erhöhte Risiko verantwortlich sind. So wäre beispielsweise denkbar, dass häufig wütende Personen gleichzeitig auch ungesünder leben oder häufiger gestresst sind und dies die Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt erhöht.

Entwarnung

Selbst wenn weitere Studien tatsächlich Wutanfälle als Ursache für einen Herzinfarkt bestätigen, scheint der Effekt insgesamt nicht sehr groß zu sein. Schließlich gibt es noch viele andere Ursachen, die ebenfalls einen Herzinfarkt auslösen können.

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( kurier.at ) Erstellt am 01.10.2017