Wissen und Gesundheit
06/11/2016

Ist Rotwein wirklich gesund?

Warum Burgunder & Co. eine schützende Wirkung nachgesagt wird.

Die Franzosen lieben Tabak, fettes Essen und Alkohol – eine Mischung, die jeden Arzt erschaudern lässt. Dennoch sterben in Frankreich weniger Menschen an Herzinfarkt und Co, als der weitverbreitete ungesunde Lebensstil vermuten ließe. Möglicher Grund: Frankreich ist ein Rotweinland, und ebendieses alkoholische Getränk soll – in Maßen genossen – vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt schützen. Die Public-Health-Experten des Info-Service-Portals "medizin transparent" an der Donau-Universität Krems haben die Faktenlage geprüft.

Schutzwirkung für Blutgefäße

Tatsächlich finden sich im Rotwein bestimmte Stoffe, denen Forscher zumindest im Tierversuch eine schützende Wirkung auf die Blutgefäße nachsagen. Von Tierversuchen lässt sich aber keinesfalls blind auf die Wirkung beim Menschen schließen. Aussagekräftige Untersuchungen mit menschlichen Studienteilnehmern fehlen bisher. Die Studien haben nur die Auswirkung von moderatem Bier-, Wein- und Spirituosenkonsum untersucht. Demzufolge scheint regelmäßiger Alkoholkonsum in geringen Maßen der Gesundheit nicht zu schaden.

Ob es einen Unterschied zwischen Rotwein und Weißwein oder anderen alkoholischen Getränken gibt, ist allerdings nicht erforscht. Dass Rotwein besonders gut vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt, lässt sich daher nicht belegen.

Allzu viel ist immer ungesund

Zu viel Alkohol – und damit auch Rotwein – ist in jedem Fall schlecht für die Gesundheit, darin sind sich Ärzte und Wissenschaftler einig. Mehr als sieben Seidl Bier (0,3 Liter) oder sieben Achtel Wein pro Woche sollten es demnach also nicht sein. Für Männer bis 65 gilt die doppelte Menge pro Woche als gerade noch verträglich. Wichtig ist aber auch, nicht mehr als drei kleine Bier bzw. Achtel Wein (für Männer vier) an einem einzelnen Tag zu trinken.

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