Lassen sich Krampfadern wegschmieren?

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Früher oder später trifft es die meisten: Nur jede zwanzigste Frau und jeder siebte Mann über 20 hat gesunde Venen. Die Palette der Venenleiden reicht von den meist harmlosen Besenreisern über Krampfadern bis hin zu Beingeschwüren. Erste Anzeichen für kranke Venen können geschwollene Beine sein, die sich mitunter bleischwer anfühlen, kribbeln oder schmerzen. Viele der gängigen Behandlungsmethoden sind nicht gerade erfreulich: Sie reichen von engen, juckenden Kompressionsstrümpfen bis hin zu einer Verödung der Krampfadern oder gar einer Operation.

Deshalb gehen viele Betroffene lieber in Apotheken, Drogerien oder im Internet auf die Suche nach geeigneten Mittelchen. Angeboten werden dort zahlreiche pflanzlichen Salben, Kapseln, Tabletten oder Teezubereitungen, die Venenleiden Herstellern zufolge auf „natürliche“ Weise bessern sollen. Die Public-Health-Experten des Info-Service-Portals "medizin transparent" an der Donau-Universität Krems haben nun die Faktenlage geprüft.

Cremen sind zum Teil teuer

Für Salben, Cremes oder Gele sind viele Betroffene bereit, hohe Preise zu zahlen – Hauptsache, sie können den ungeliebten Strümpfen oder gar einer drohenden Operation entkommen. Doch leider gibt es derzeit keine stichhaltigen wissenschaftlichen Beweise, dass die äußerlich anzuwendenden Mittel Venenbeschwerden lindern könnten.

Venenmittel zum Schlucken

Etwas besser untersucht ist die Wirksamkeit von Mitteln zum Schlucken. Einige Studien deuten darauf hin, dass sie den Venen tatsächlich gut tun könnten. Möglicherweise lindern sie Beschwerden wie Juckreiz, unruhige oder geschwollene Beine, Schmerzen und Krämpfe. Ziemlich wahrscheinlich helfen sie auch bei geschwollenen Beinen. Trotz des positiven Trends ist derzeit jedoch völlig ungeklärt, ob die Mittel zum Einnehmen ein Fortschreiten der chronischen Venenschwäche beeinflussen können.

Wirkstoffe

Venenmittel zum Schlucken sind meist gut verträglich. Pflanzlich heißt aber nicht immer harmlos. Es gibt auch Wirkstoffe, die für gewisse Personengruppen unter Umständen gefährlich werden können. Dazu zählt beispielsweise der „stechende Mäusedorn“, der bei Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen den Blutdruck in die Höhe treiben kann. Die Einnahme von Calciumdobesilat, einem synthetisch hergestellten Venenmittel, kann in sehr seltenen Fällen sogar lebensbedrohlich sein und zum Zusammenbruch des Immunsystems führen. Vorsichtig sollten zudem schwangere Frauen sein, da die Auswirkungen solcher Mittel in der Schwangerschaft nicht untersucht sind.

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( kurier.at , iteu ) Erstellt am 02.04.2017