Wissen und Gesundheit
24.12.2017

Ist Weihwasser unhygienisch?

Manche Kirchengänger befürchten gesundheitsgefährdende Keime.

Weihwasser spielt in der katholischen Kirche eine wichtige Rolle. Gläubige machen damit das Kreuzzeichen, bevor sie ein Gotteshaus betreten, und Priester segnen mit seiner Hilfe Menschenmengen oder Lebensmittel.

Brutstätte für Mikroorganismen

Weihwasserbecken in Kirchen sind allerdings ideale Brutstätten für Mikroorganismen. Das zeigen Laboranalysen von Proben aus österreichischen, deutschen und spanischen Kirchen. Schuld daran sind die unzähligen Hände, die vor jeder Messe darin eintauchen. Forscher konnten nachweisen, dass auf diese Art auch viele krankmachende Keime in das Wasser wandern und sich dort vermehren.

Mit der Hygiene von Weihwasser ist es also nicht weit her. Doch sind die Keime im Wasser auch ein Gesundheitsrisiko? Immerhin befeuchten viele Gläubige beim Kreuzzeichen mit dem Weihwasser Finger und Stirn, und manche auch die Lippen. Die Public Health-Experten des Info-Service-Portals "medizin transparent" und der Donau-Universität Krems haben die Faktenlage zum Thema geprüft.

Keine Forschung

Zu dieser Frage gibt es so gut wie keine Forschung. In speziellen Situationen könnte verkeimtes Weihwasser aber tatsächlich gesundheitsgefährdend sein. So gibt es Berichte über zwei Spitalspatienten, die wahrscheinlich dadurch schwere Infektionen bekamen. Der Grund: Besorgte Angehörige hatten sie im Spital besucht und mit Weihwasser besprengen.

Eine Lösung für das Hygieneproblem sind automatische Weihwasserspender. Diese machen ein Eintauchen der Hände überflüssig. Die Idee dazu wurde in der Spitalskirche am Wiener Steinhof schon vor gut 110 Jahren umgesetzt. Hier gibt ein goldener Spender das Weihwasser tropfenweise ab – wie von Architekt Otto Wagner gewünscht. Dadurch sollte die Übertragung von Infektionen wie Tuberkulose verhindert werden.

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