Ist die Blutgruppen-Diät eine ideale Ernährungsform?

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Milchprodukte oder Fleisch sollen nicht für alle Blutgruppen gleich vorteilhaft sein.

Bei Blutspenden ist es wichtig, die Blutgruppe des Spenders zu kennen. Denn passt sie nicht mit jener des Empfängers zusammen, kann es im schlimmsten Fall zu lebensbedrohlichen Verklumpungen führen. Entdeckt hat das der österreichische Arzt Karl Landsteiner bereits 1903, auf seinen Forschungen beruhen die vier bekannten Blutgruppen A, B, AB und 0.

Unterschiedliche Ernährungsvorteile

Anhängern der sogenannten Blutgruppen-Diät zufolge sollen die vier Kürzel jedoch nicht nur für Bluttransfusionen eine wichtige Rolle spielen. In ihrer Theorie gibt es angeblich für jede Blutgruppe eine für die Gesundheit optimale Ernährungsweise. Demnach sollten sich Menschen mit Blutgruppe 0 hauptsächlich von Fleisch ernähren, Träger von Blutgruppe A jedoch vegetarisch leben. Milchprodukte seien bei Blutgruppe B vorteilhaft, und wer Blutgruppe AB hat, dürfe sowohl pflanzlichen Speisen als auch Milcherzeugnisse auf seinen Speiseplan setzen.

Keine wissenschaftliche Hinweise

Eine wissenschaftliche Grundlage für diese Annahmen gibt es jedoch nicht. In den mehr als 100 Jahren seit Entdeckung der Blutgruppen konnte die Forschung keinen Hinweis darauf finden, dass Blutgruppen die Ernährung beeinflussen.

Auch eine Untersuchung, für die Wissenschaftler 1455 Personen zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt und zugleich deren Blutgruppe festgestellt haben, konnte keinen solchen Zusammenhang finden. Aufgrund der Art ihrer Durchführung kann die Studie eine Verbindung zwischen Blutgruppe und Ernährungsweise zwar nicht völlig ausschließen – die Ergebnisse unterstützen die Thesen der Blutgruppen-Diät-Anhänger aber wohl nicht.

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( kurier.at , iteu ) Erstellt am 10.06.2017