Ist Blausäure im Leinsamen gefährlich?

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Es gibt Befürchtungen, dass geschrotete Samen gesundheitsschädigend sein könnten.

Die braunen Samen der Flachspflanze gelten als gesund: Leinsamen sollen die Darmtätigkeit anregen und enthalten Omega-3-Fette, denen eine positive Wirkung auf die Herzgesundheit nachgesagt wird. Doch sie enthalten noch etwas anderes: einen Stoff, der Blausäure freisetzt. Sollten Müslifans und andere Gesundheitsbewegte Leinsamen besser von ihrer Einkaufsliste streichen? Die Public-Health-Experten des Info-Service-Portals "medizin transparent" an der Donau-Universität Krems haben nun die Faktenlage geprüft.

Das schwedische Lebensmittelamt meint: Ja, Leinsamen sollte gestrichen werden. Vor allem in geschroteter Form könnte daraus möglicherweise mehr Blausäure frei werden, als gut für uns wäre. Im Ganzen seien Leinsamen weniger bedenklich, weil die Körnchen Magen und Darm großteils unzerkaut passieren würden.

Kaum untersucht

Was sagt die Forschung dazu? Leider wenig – die Frage ist kaum untersucht. Um die mögliche Gefährlichkeit zu testen, verzehrten zwölf Freiwillige im Rahmen einer kleinen Studie 31 Gramm geschroteten Leinsamen – das entspricht in etwa drei Esslöffeln. Bedenklich hohe Blausäure-Werte im Blut oder gar Vergiftungserscheinungen bekamen sie dadurch nicht.

Zwölf Teilnehmer ist für eine aussagekräftige, wissenschaftliche Studie allerdings viel zu wenig. Daher lassen sich die Ergebnisse nicht bedingungslos auf alle Menschen umlegen. Fachleute vom deutschen Bundesinstitut für Risikoforschung halten zumindest eine tägliche Menge von 15 Gramm Leinsamen für unbedenklich. Möglicherweise werden zukünftige Studien für mehr Klarheit sorgen.

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( kurier.at , iteu ) Erstellt am 23.04.2017