Für Allergiker ist die Hausstaubmilbe ein erklärter Feind im Bett.

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Medizin-Mythen
02/26/2016

Hilft Ultraschall gegen Hausstaubmilben?

Allergiker suchen nach Abhilfe gegen die winzigen Quälgeister im Bett.

Die Vorstellung ist zugegebenermaßen nicht sehr appetitlich: In jeder Matratze leben tausende kleine Milben. Für sie ist dieser Lebensraum aufgrund von unserem nächtlich abgesondertem Schweiß und abgestorbener Haut das reinste Schlaraffenland. Während das für die meisten Menschen ungefährlich ist, stellt in erster Linie der Kot der winzigen Spinnentiere für Allergiker ein Gesundheitsproblem dar.

Hausstaub-Allergiker reagieren mit Niesen, Hautirritationen und zugeschwollenen Augen. Und wollen die Tierchen entsprechend loswerden. Für die Hausstaubgeplagten wird ein Gerät angeboten, das angeblich mit Hilfe von Ultraschall die Milbenflut reduzieren kann. Die Public-Health-Experten des Info-Service-Portals "medizin transparent" an der Donau-Universität Krems haben die Faktenlage geprüft.

Fortpflanzung der Milben unterbrechen

Der Hersteller behauptet, das Gerät “sendet Ultraschallimpulse aus, die die Fortpflanzungsorgane der Milben schädigen und sie dadurch nach und nach eliminieren. Schon nach 3 Wochen hat sich die Milbenpopulation drastisch reduziert. Die Effektivität ist wissenschaftlich erwiesen. Klinische Studien liegen vor.”

Doch damit verspricht der Hersteller eindeutig zu viel - auf der Homepage werden zwar tatsächlich Studien angegeben, drei davon sind allerdings nur als kurze Zusammenfassungen bei Konferenzen veröffentlicht. Diese Zusammenfassungen enthalten zu wenig Information, um die Aussagekraft der Studien überprüfen zu können. Auch bei der vierten Arbeit fehlen sowohl genaue Angaben über die Methode als zur statistischen Auswertung der Ergebnisse. Andere, unabhängige Studien zu Ultraschall gegen Hausstaubmilben gibt es nicht.

Gesamtes Maßnahmepaket ist nötig zur Milbenreduktion

Immerhin hat das Gerät auch eine blaue Leuchtdiode und kann so als kleines Nachtlicht den Geplagten ins Bett helfen.Um die Belastung mit Hausstaubmilben tatsächlich zu reduzieren, braucht es ein ganzes Maßnahmenpaket: den Boden feucht wischen, Bettzeug regelmäßig mit über 55 Grad Celsius waschen und die Matratze mit einem milbendichten Bezug ausstatten. Zusätzlich sollten Staubfänger wie Polstermöbel oder dicke Teppiche wenn möglich entfernt werden. Eventuell können auch Anti-Milben-Sprays mit Pestiziden gegen Milben und Zecken helfen, indem sie unter die Matratzenbezüge gesprüht werden.

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