Wissen und Gesundheit
26.03.2017

Hilft Ozon gegen Karies?

Das Gas soll den Fäulnisprozess stoppen.

Karies gehört zu den häufigsten Erkrankungen bei Erwachsenen und Kindern. Auslöser sind Bakterien. Sie leben im Zahnbelag, zersetzen Zucker und bilden Säuren, die den Zahnschmelz aufweichen. Früher Karies, erkennbar an weißlichen oder dunkleren Flecken an der Zahnoberfläche, kann durch konsequente Pflege mit Zahnschmelz-stärkenden Fluoridprodukten manchmal noch „weggeputzt“ werden. Ist der Bakterienfraß aber fortgeschritten und schon ein Loch entstanden, führt kein Weg mehr am Bohren vorbei.

Manche Ärzte bieten inzwischen eine Behandlung ohne Bohren und Füllen an: Die Zahnfäule soll mit einem Gas verlangsamt, gestoppt oder sogar rückgängig gemacht werden können: mit Ozon, das für die gefräßigen Keime tödlich sein soll. Die Public-Health-Experten des Info-Service-Portals "medizin transparent" an der Donau-Universität Krems haben nun die Faktenlage geprüft.

Studien sind mangelhaft

In der Theorie klingtes zunächst gut, berichten die Experten. Aber hilft die Ozontherapie auch in der Praxis? Es gibt tatsächlich ein paar Studien und Berichte mit positiven Hinweisen. Nur leider sind diese Untersuchungen zur Ozonbehandlung alle nicht gut gemacht, und es bleiben zu viele Fragen offen für eine allgemeine Aussage. So ist nicht überzeugend untersucht, ob Ozon im Vergleich zu etablierten Behandlungen gleich gut oder besser abschneidet, wie es langfristig wirkt oder ob die Behandlung eventuell mit Risiken verbunden ist.

Schade – für Kariesgeplagte wäre das ein echter Fortschritt. Bis sich jemand dieser Frage annimmt, bleibt ihnen nur an gesicherter Erkenntnis: möglichst wenig Zucker in Speis und Trank und konsequente Mundhygiene mit fluoridhaltiger Zahnpasta.