Hilft Hühnersuppe gegen Erkältungen?

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Großmutters Hausmittel soll entzündungshemmend wirken.

Der Hals kratzt, die Nase läuft und der Schädel brummt – wohl jeder von uns kennt die lästigen Symptome einer Erkältung. In den meisten Fällen sind Schnupfenviren die Verursacher. Besonders gerne rücken die Österreicher einer Verkühlung mit Hausmitteln zu Leibe. Unzählige Großmütter schwören beispielsweise auf die heilende Wirkung eines großen Tellers dampfender Hühnersuppe. Doch was ist dran an dem Mythos? Die Public-Health-Experten des Info-Service-Portals "medizin transparent" an der Donau-Universität Krems haben die Faktenlage geprüft.

Tatsächlich scheint eine Studie aus Jahr 2000 Hoffnung zu geben. Demnach hemmte die Suppe im Reagenzglas die Beweglichkeit bestimmter weißer Blutkörperchen, die bei der Entstehung von Entzündungen beteiligt sind. Durch diese entzündungshemmende Wirkung könnten Erkältungssymptome abgeschwächt werden. Das ist jedoch nicht mehr als graue Theorie. Beweise, dass sich Schnupfennasen lebender Menschen an die Ergebnisse aus dem Reagenzglas halten, fehlen bisher.

Wissenschaftliche Untersuchung schwierig

Wissenschaftlich ist die Frage auch schwer zu untersuchen. Dazu bräuchte es zwei erkältete Vergleichsgruppen, die abgesehen von der Suppe dasselbe essen und sich auch sonst in ihren Lebensgewohnheiten und dem Gesundheitszustand nicht unterscheiden. Dann könnte untersucht werden, bei welcher der beiden Gruppen die Erkältung schneller verschwindet oder weniger schlimm verläuft.

Generell gibt es keine ursächliche Behandlung gegen Schnupfenviren. Lediglich die Symptome wie verstopfte Nase, Husten oder Halsschmerzen lassen sich etwas lindern. So gibt es vorsichtige Hinweise, dass Zink sowie Präparate aus Echinacea und der Kapland-Pelargonie helfen könnten. Gesichert ist dies allerdings nicht. Meist verschwinden die Beschwerden innerhalb einer Woche aber ohnehin von selbst. Manch ein Arzt formuliert es im Scherz auch so: Ohne Behandlung dauert eine Erkältung sieben Tage, mit Behandlung nur eine Woche.

Ganz machtlos sind wir trotzdem nicht im Kampf gegen die Viren. Experten raten, die Hände regelmäßig mit Wasser und Seife zu waschen, um das Weiterreichen der hochansteckenden Viren von Mensch zu Mensch zu verhindern.

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( kurier.at , iteu ) Erstellt am 16.03.2016