Wissen und Gesundheit
16.07.2017

Hilft die Kältetherapie gegen Schmerzen?

Kältekammern liegen im Trend: Temperaturen unter minus 100 Grad sollen Heilerfolge bringen.

Kälte wird seit Jahrtausenden therapeutisch genutzt, schon die alten Griechen erwähnten sie. Wer eine Kneipp-Kur macht, übt sich im Kaltwasser-Treten, während man in Russland auf die gesunde Wirkung von Eisbädern schwört.

Schmerzlindernd und leistungssteigernd

Vor allem im Leistungssport und Wellness-Bereich macht sich ein neuer Trend breit, die Ganzkörper-Kältetherapie. Dabei lässt man sich für bis zu drei Minuten in sogenannte Kältekammern oder Kryo-Saunas stecken, in denen die Lufttemperatur bei unter minus 100 Grad liegt. Das kühlt die Hautoberfläche empfindlich ab, die Kerntemperatur des Körpers bleibt jedoch fast normal. Der Frostschock soll wahre Gesundheits-Wunder wirken und sogar bei Rheuma, chronischen Schmerzen oder Hautkrankheiten helfen. Bei Sportlern soll er Muskelkater verhindern und die Leistung steigern.

Keine Belege

Belege für all diese Wunderwirkungen gibt es allerdings keine. Zudem fehlen auch gesicherte Informationen über die Sicherheit dieser Methode. Zwar werden vor dem Betreten die empfindlichsten Körperstellen geschützt: Ohren und Stirn sowie Brustwarzen werden bedeckt. Handschuhe, dicke Socken und Schuhe verhindern das Abfrieren von Fingern und Zehen, ein Mundschutz soll Kälteschäden an der Lunge verhindern.

Achtung vor Nebenwirkungen

Dennoch kann es zu zahlreiche Nebenwirkungen kommen. Sie reichen von Unterkühlung, Infekten, Schwindel, Atemnot, Blutdruckanstieg oder einer Verschlechterung der Symptome bis hin zu Frostbeulen oder Erfrierungen. Bei vielen Krankheiten und Beschwerden empfehlen selbst Hersteller, Kältekammern und Kryosaunas zu meiden.

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