Heilt Honig Wunden?

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Die antibakterielle Wirkung soll positiv auf die Haut wirken.

Honig wird seit Jahrtausenden nicht nur gegessen, sondern auch als Medizin verwendet. Bevor es Antibiotika gab, wurde er etwa zur Behandlung von Wunden eingesetzt. Das Bienengold soll unter anderem die Feuchtigkeitsbildung der Wunde positiv beeinflussen, die Bildung von neuem Gewebe und neuer Haut begünstigen und Entzündungen hemmen. Bei manchen Versuchstieren schien Honig tatsächlich die Wundheilung zu beschleunigen. Doch bewirkt Honig auch bei uns Menschen, dass Wunden besser heilen? Die Public-Health-Experten des Info-Service-Portals "medizin transparent" an der Donau-Universität Krems haben nun die Faktenlage geprüft.

Viele Untersuchungen

Zahlreiche Forschungsteams weltweit haben sich in den letzten Jahren mit dieser Frage beschäftigt. Leider sind viele der Studien von schlechter Qualität, weshalb erst wenige Erkenntnisse wissenschaftlich abgesichert sind. Doch die Honigforschung boomt. Zu mancher offenen Frage könnte es also bald neue oder besser abgesicherte Erkenntnisse geben.

Immerhin: Gut belegt ist inzwischen, dass Honig die Heilungsdauer bei Verbrennungen der oberen Hautschichten im Vergleich zu Verbänden ohne Honig um mehrere Tage verkürzen kann.

Chronische Wunden

Bei chronischen Wunden hingegen konnte die Bienennahrung nicht überzeugen. So heilen Geschwüre an den Beinen, die durch eine Erkrankung der Venen entstehen (auch „Ulcus“ oder offenes Bein genannt), durch Honig wahrscheinlich nicht besser oder rascher als durch andere Arten der Wundversorgung. Der Honigverband könnte hier auch mehr Schmerzen verursachen.

Nicht ausreichend erforscht ist, ob Honig bei kleinen, frischen Verletzungen Vorteile bringt. Zu beachten ist, dass Honig nicht gleich Honig ist. So zeigen verschiedene Honigsorten im Labor zum Beispiel sehr unterschiedliche antibakterielle Wirkung. Frischer Honig kann außerdem selbst Verunreinigungen und Keime enthalten. Ob sich also der Honig vom Frühstückstisch als Wund-Wundermittel eignet, ist unsicher.

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( kurier.at , iteu ) Erstellt am 19.03.2017