Wissen und Gesundheit
09.04.2017

Funktioniert Detox mit Zeolith?

Als feines Pulver soll das Tuffgestein schädliche Stoffe binden.

Zeolith ist ein natürlicher Bestandteil von vulkanischem Tuffgestein. Dank seiner porösen Struktur hat er die Fähigkeit, wie ein Schwamm Stoffe aufzusaugen und sie auch zu binden. Verschiedene Arten von Zeolith werden in der Industrie eingesetzt oder etwa zur Abwasserreinigung, wo sie radioaktive Stoffe entfernen helfen. Als Zusatz in Waschpulvern helfen sie, hartes Wasser zu entkalken.

Zu feinem Pulver zermahlen wird Zeolith auch als Nahrungsergänzungsmittel beworben. Durch seine besondere Fähigkeit, Stoffe zu binden, soll sich das Pulver besonders für Detoxkuren eignen und den Körper so von Giften befreien. Die Public-Health-Experten des Info-Service-Portals "medizin transparent" an der Donau-Universität Krems haben nun die Faktenlage geprüft.

Giftstoffe sind nicht definiert

Welche Giftstoffe genau gemeint sind, lassen die Hersteller im Unklaren. Wissenschaftliche Studien, die eine solche Wirkung belegen, sind genauso Mangelware wie Untersuchungen, die einen anderen gesundheitlichen Nutzen beweisen.

Auswirkungen auf Nahrung

Durch seine Aufnahmefähigkeit könnte Zeolith eventuell verhindern, dass neue Giftstoffe vom Körper aufgenommen werden, indem er diese Stoffe an sich bindet und so durch den Verdauungstrakt schleust. Dabei würden jedoch keine bereits im Körper gespeicherten Gifte entfernt, sondern nur aus dem Nahrungsbrei, der gerade verdaut wird. Der Zeolith würde also nicht den Körper entgiften, sondern nur die Nahrung, die man gerade zu sich nimmt. Dass das Zeolith-Pulver dem Körper theoretisch gleichzeitig wichtige Nährstoffe entzieht, ist jedoch ebenso möglich. Auch diese Wirkung ist nicht wissenschaftlich untersucht.

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