Wissen und Gesundheit
02.12.2016

Magic-Mushrooms-Wirkstoff hilft gegen Ängste

In zwei Studien wurde eine Einzeldosis von Psilocybin in Tablettenform an Krebspatienten getestet. Angst- und Depressionsgefühle gingen deutlich und langanhaltend zurück.

Der in den sogenannten "Magic Mushrooms" enthaltene Wirkstoff, Psilocybin, kann Krebspatienten helfen sich zu entspannen und Ängste abzubauen. Das ist das Ergebnis von zwei neuen US-Studien. 80 Prozent der Patienten, die den Wirkstoff im Rahmen einer Studie nur ein einziges Mal einnahmen, berichteten von einer Linderung ihrer Angstgefühle und Depression.

"Wir haben herausgefunden, dass eine einzelne Dosis von Psilocybin unmittelbar die Symptome einer Depression und Angstzustände lindert", sagte der Psychiater Stephen Ross vom New York University`s Langone Medical Center, zu NBC News. Wobei die Patienten keine Schwammerl bekamen, sondern den Wirkstoff in einer Pille und in einer kontrollierten Umgebung mit sanfter, beruhigender Musik und zahlreichen Gegenständen, die sie während des "Trips" anschauen und berühren konnten. Die Einnahmen der Pille und die Stunden danach waren zudem ständig von einem Therapeuten überwacht.

Studienteilnehmer berichteten, dass sie sich nach Einnahme der Pille als Teil von „etwas Größerem“ fühlten und dass sie sich „mit allem verbunden fühlten“.
Und sie hatten teilweise das Gefühl, dass „nicht das große Nichts kommt, wenn ich gestorben bin“.

Wirkung hält lange an

„Das interessanteste und bemerkenswerteste Ergebnis ist, dass eine Einzeldosis von Psilocybin, deren Wirkung ungefähr sechs Stunden lang andauert, zu einer langanhaltenden Reduktion von Angst- und Depressionssymptomen geführt hat“, sagt der Psychiater Roland Griffiths von der Johns Hopkins University School of Medicine.

In einer Studie (New york University) wurden 29 Patienten, in einer anderen (Johns Hopkins University) 51 Patienten untersucht. Die Ergebnisse wurden im Journal of Psychopharmacology publiziert.

Jetzt soll untersucht werden, wie lange der Effekt tatsächlich anhält. Von einem routinemäßigen Einsatz ist diese Form einer Therapie aber noch weit entfernt.