Embryos: 30.000 in Österreich eingefroren

Microscopic research or IVF concept
Foto: Getty Images/iStockphoto/nevodka/iStockphoto

Erstmals wurde eine bundesweite Statistik zur Samen- und Eizellspende veröffentlicht.

Erstmals veröffentlichte die Bundesstelle "Gesundheit Österreich" die seit dem Inkrafttreten des Fortpflanzungsmedizingesetzes vorgeschriebene Statistik zur Samen- und Eizellspende sowie zur Präimplantationsdiagnostik. Laut den vorliegenden Daten sind in Österreich derzeit exakt 30.238 sogenannte "entwicklungsfähige Zellen" eingefroren.

Daten gehen zehn Jahre zurück

Diese Zahl umfasst jene, die sich innerhalb der vergangenen zehn Jahre angesammelt haben. "Nach dieser Frist müssen die jeweiligen Embryonen vernichtet werden", sagt Martina Kronthaler von der "aktion leben". Die hohe Zahl zeige die Tücken der bisherigen Praxis auf. "Sie zeigt, dass die Problematik der überzähligen Bembryonen bisher vernachläsigt wurde und ungelöst ist."

Sie kritisiert ebenso, dass die Datenerhebung nicht ausreichend sei und eine fehlende Verknüpfung von den Anwendungen mit Geburtszahlen. "Wir erfahren, wie oft fremde Samen und Eizellen verwendet wurden. Wir erfahren aber nicht, wie oft danach ein Kind geboren wurde."

Pränataldiagnostik

Laut der vorliegenden Statistik wurde die 2015 gesetzlich erlaubte Präimplantationsdiagnostik (PID) in 55 Fällen angewendet, um die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft zu erhöhen. 20 Mal kam sie zum Einsatz, um die genetische Dispostion der Eltern, bestimmte Krankheiten weiterzugeben, auszuloten. Auch hier übt Kronthaler Kritik: Die Statistik nenne zwar die Krankheiten, für die die PID bewiligt wurde, aber nicht wie oft die einzelnen Tests angewendet wurden und wie viele Embryonen untersucht wurden.

(Kurier) Erstellt am
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