Abstract design made of human head, key symbol and fractal design elements on the subject of encryption, security, digital communications, science and technology Bildnummer: 52274831 Wahrnehmung, Gehirn, Sinne, Sinnesorgane

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Studie
06/28/2014

Kindlicher Stress kann das Gehirn verändern

US-Forscher halten zum Teil gravierende Auswirkungen auf das spätere Leben für möglich.

Frühe Stress-Erfahrungen wie Armut, Vernachlässigung oder körperlicher Missbrauch können Veränderungen im kindlichen Gehirn und in dessen Entwicklung auslösen. Besonders betroffen sind jene Areale, die für Lernen, Erinnerung und die Verarbeitung von Stress und Emotionen zuständig sind. Das fanden US-Forscher der University of Wisconsin-Madison in einer aktuellen Studie heraus. Dies könne negative Auswirkungen auf Verhalten, Gesundheit, Arbeitsleben und sogar auf die Suche nach dem späteren Lebenspartner haben, schreiben sie in ihrer Untersuchung, die im Fachmagazin Biological Psychiatry veröffentlicht wurde.

Sie gingen der Frage nach, warum Ereignisse, die Kinder zwischen zwei und vier Jahren erleben, langfristige Folgen haben können. Aus früheren Untersuchungen ist bekannt, dass negative Erlebnisse zu Depressionen, Magersucht, Angststörungen, Herzerkrankungen Krebs führen können. Für die Studie wurden 128 Zwölfjährige untersucht, die schon früh negative Erfahrungen gemacht hatten - von körperlichem Missbrauch über Vernachlässigung bis hin zu niedrigem sozialem Status der Eltern. Sie fertigten Bilder der Gehirne an, besonders interessant waren Hippocampus und Amygdala - jene Bereiche, in denen Emotionen verarbeitet werden und die auch in der Stressverarbeitung eine Rolle spielen. Als Vergleichsgruppe nahmen Kinder aus Mittelklasse-Familien mit offensichtlich glücklicher Kindheit an der Studie teil.

Manche Gehirnregionen schlechter entwickelt

Die Ergebnisse sind erstaunlich. Bei den Kindern mit frühen Defiziten war die Amygdala tatsächlich kleiner ausgebildet. Ebenso hatte der Hippocampus jener Kinder, die körperlich missbraucht worden waren, einen geringeren Umfang als jener in den Gehirnen der psychisch ausgeglichenen Kinder.

Warum frühkindlicher Stress das Wachstum bestimmter Gehirnregionen beeinflusst, ist unklar. Die aktuelle Studie bringe allerdings neue Erkenntnisse für zukünftige Forschungen. Co-Autor Seth Pollak betont jedoch, dass die Ergebnisse zwar ein weiterer Hinweis auf neurobiologische Veränderungen seien. Das heiße aber nicht, dass dies das allgemeingültige Schicksal vernachlässigter Kinder sei. Denn das menschliche Gehirn sei auch sehr robust und flexibel.

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