Wissen und Gesundheit
12.04.2017

Hase versus Kaninchen: Wer ist wer?

Wer kommt eigentlich, wenn der Osterhase kommt: Kaninchen oder Hase? Eine Aufklärung.

Der Osterhase wird aus gutem Grund „Hase“ genannt – und nicht Osterkaninchen. Dennoch werden die Beiden häufig verwechselt. Wer ist wer - die Fakten: Kaninchen sind kleiner als der Feldhase und haben einen gedrungenen Körperbau, Beine und Ohren sind kürzer als beim Hasen. Hasen haben Augen mit einer selbst aus großer Distanz leicht zu erkennenden bernsteinfarbenen Iris mit dunkler Pupille.

Der Löffel macht's, aber nicht nur

Der wesentliche Unterschied zeigt sich aber an den Ohren: Trademark des Feldhasen sind die langen Ohrmuscheln, auch Löffel genannt. Sowie die ausgeprägte gespaltene Oberlippe, die starken Hinterbeine und ein kurzer, unten weißer, wolliger Schwanz, der Blume genannt wird. Je nach Alter, wirkt sein Fell anders – von gelblich bis rötlichgrau.
Die Farbe der Kaninchen ist eher graubraun, am Bauch heller.Das Wildkaninchen gräbt unterirdische Höhlen, wo die Jungen zur Welt kommen. Anders der Feldhase, er lebt nicht im Bau, auf Feld und Wiese in kleinen Mulden, außerdem ist er nachtaktiv. Sie gelten als Einzelgänger, Kaninchen leben hingegen wie in Kommunen, also in Kolonien. Interessant: Kaninchen haben eine Chromosomenzahl von 44, Hasen haben eine von 48.

Alle Jahre viele Babys

Was beiden Arten gemein ist: die Fruchtbarkeit. Sowohl Hase als auch Kaninchen können mehr als ein Dutzend Junge im Jahr bekommen. Apropos Junge: Kaninchenbabys kommen mit geschlossenen Augen und beinahe nackt zur Welt, Hasen werden quasi fix und fertig geboren. Die Paarungszeit beginnt im Feber/März und dauert den ganzen Sommer an. Hasenmütter sind Rabenmütter – sie verlassen ihre Jungen sofort nach Geburt und kommen nur mehr zum Säugen. Feldhasen sind flinke Läufer und Springer – sie können bis zu vier Meter weit springen, mit bis zu 80 km/h sprinten und dabei Haken machen. Wenn Kaninchen flüchten, dann verstecken sie sich rasch in ihrem Bauch.

Ein Feldhase kann bis zu 12 Jahre alt werden und ernährt sich von Gräsern, Früchten, Beeren, Pilzen und Kräutern sowie Baumrinde. Er gilt in Österreich seit Jahren als gefährdet, mit schwankendem Bestand. Heftige Winter, Autoverkehr auf immer mehr Straßen sowie die Intensivbewirtschaftung bedrohen ihn.