Granatapfel: Mehr als ein Liebessymbol

Die Beere, die wegen ihres Aussehens als Apfel bezeichnet wird, kann positiv auf die Gesundheit wirken.

Der Granatapfel, auch Grenadine oder Paradiesapfel genannt, ist eine Beeren-ähnliche Frucht mit dem Aussehen eines Apfels, die auf kleinen Bäumen und Sträuchern vor allem im westlichen bis mittleren Asien wächst. Schon frühere Völker glaubten an die gesundheitlichen Wirkungen des Granatapfels. Im Mittelalter wurde er beispielsweise zur Bekämpfung von Bandwürmern eingesetzt. Im alten Ägypten war er ein Symbol für Fruchtbarkeit. Auch heute gilt der Granatapfel noch als Aphrodisiakum: Er soll die Potenz des Mannes verbessern und bei Frauen lustfördernd wirken. Einige Wirkungen des Granatapfels sind auch wissenschaftlich belegt. So soll er sich besonders bei Herzkreislauferkrankungen positiv auswirken, da er regelmäßig verzehrt die Durchblutung verbessern kann, etwa jene des Herzmuskels, wodurch er zur Vorbeugung eines Herzinfarkts beitragen kann. In einer Studie reduzierte sich die Dicke der Gefäßwände der Halsschlagader bei Patienten mit Arteriosklerose nach einjähriger Anwendung einer Granatapfelzubereitung sogar um 30 Prozent. Die bis zu 400 Kerne pro Frucht enthalten besonders viele Flavonoide. Diese Pflanzenstoffe können beispielsweise den Stoffwechsel anregen und Entzündungen im Körper hemmen. Sie verleihen den Kernen ihren leicht bitteren Geschmack. Bekannte Flavonoide sind die sogenannten Polyphenole, die im Granatapfel zu einem hohen Anteil enthalten sind. Sie können Herz-Kreislauf-Beschwerden, Bluthochdruck, Magenerkrankungen und bakteriellen Infektionen entgegenwirken und Gefäßverkalkungen reduzieren. Der Saft des Granatapfels soll außerdem einen positiven Einfluss auf den PSA-Wert des Mannes haben, der Prostatakrebs anzeigen kann. In den meisten Fällen weist ein hoher PSA-Wert auf eine Erkrankung der Prostata hin. Eine amerikanische Studie zeigt, dass täglich ein Viertel Liter Granatapfelsaft über Monate getrunken den PSA-Wert senken kann. Auch auf die Verdauung hat die Frucht Effekte: Die im Paradiesapfel enthaltenen Bitterstoffe können nicht nur appetitanregend wirken, sondern auch die Verdauung fördern. Nach einem üppigen Mahl kann der Verzehr von Granatapfelsaft oder -kernen der Verdauung auf die Sprünge helfen. Die Schale und das weiße Fruchtfleisch sollten nicht verzehrt werden. Gleichzeitig ist der Granatapfel ein gesunder und kalorienarmer Snack mit nur 74 Kalorien je 100 Gramm. Der Paradiesapfel ist reich an Antioxidantien und übertrifft andere Früchte wie Heidelbeeren, Weintrauben und Cranberries mit hoher antioxidativer Wirkung deutlich. Im Vergleich zu Grüntee und Rotwein hat er die 3- bis 4-fache antioxidative Wirkung. Antioxidantien sind Radikalfänger, das heißt, sie schützen die Zellen vor Schädigungen. Eine Eigenschaft, die den Alterungsprozess hinauszögert und den Körper bei der Abwehr von Krankheitserregern unterstützen kann. Die rote Frucht beinhaltet außerdem Kalium, Vitamin C, Kalcium und Eisen, die Haare, Nägel und Haut stärken können. Immer wieder wird behauptet, dass der Granatapfel auf den Hormonhaushalt von Frauen Einfluss hat und bei Hormon- und Wechselbeschwerden hilft. Wiener Wissenschaftler konnten dies jedoch nicht bestätigen: Der regelmäßige Verzehr des Paradiesapfels wirkte sich in ihrer Studie nicht positiv auf Wechselbeschwerden aus. Das "Journal of Agriculture and Food Chemistry" ernannte den Granatapfelsaft im Jahr 2008 aufgrund der gesundheitlichen Wirkungen zum gesündesten Saft.

Schon die alten Ägypter setzten den Granatapfel vor mehreren 1000 Jahren als Medizin ein. Heute belegen einige Studien positive Effekte auf die Gesundheit und auch Prominente wie Madonna und Mick Jagger schwören auf die gesunden Wirkungen.

(kurier) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?