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Wissen Gesundheit
03/12/2021

Wieso die Corona-Impfung indirekt vor Thrombosen schützen kann

Österreichische Mediziner haben die Zahl der Thrombosen und Lungenembolien ermittelt und kommen auf 8.000.

Je 1.000 Einwohnern tritt pro Jahr ein Fall von Thrombose und Lungenembolie auf. Das sagte der Präsident der Gesellschaft für Internistische Angiologie (ÖGIA), Thomas Gary. Das sind in Österreich etwas mehr als 8.000 Fälle jährlich. Nach Impfungen gegen Corona gebe es „keine Häufung der venösen Thrombosen und Lungenembolien“, betonte er. Der Mediziner sprach sogar indirekt von einem „Schutz vor thrombotischen Ereignissen durch die Impfung“.

Bei schwer Covid-19-Kranken gebe es eine Rate von Thrombosen und Lungenembolien von über 50 Prozent, erläuterte Gary. Die durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöste Krankheit führe zu Entzündungen und in weiterer Folge zu thrombotischen Einlagerungen, die sich als Lungenembolien darstellen. Auf der Pathologie gebe es sogar Studien, die 100 Prozent thrombotische Ereignisse bei schweren Covid-Verläufen zeigen, sagte der Experte von der Klinischen Abteilung für Angiologie der Medizinischen Universität Graz. Alle bisher in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffe schützen jedoch sehr gut vor schweren Verläufen.

„Wichtig ist, dass aufgearbeitet wird“, sagte Gary zu Berichten über mögliche schwere Nebenwirkungen nach Corona-Impfungen aus dem In- und Ausland. Diese würden auch der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA gemeldet. In Österreich war bisher eine 49-jährige Krankenschwester des Landesklinikums Zwettl mehrere Tage nach einer Impfung mit dem Astra- Zeneca-Vakzin in Folge schwerer Gerinnungsstörungen gestorben, auch eine 35-jährige Kollegin entwickelte eine Lungenembolie. Zudem wurde der Fall einer Krankenschwester (51) in Graz bekannt, die zehn Tage nach Erhalt der Impfung - allerdings aus einer anderen Charge - ebenfalls eine Lungenembolie erlitten hatte.

Wer gefährdet ist

Allgemeine Ursachen für Thrombosen und folgende Lungenembolien sind laut Gary zum Beispiel Operationen, Krebserkrankungen, Immobilisation oder Schwangerschaft bzw. das Wochenbett nach der Geburt. Auch stationär Hospitalisierte, die sich wenig bewegen können, gehören zu Risikopersonen. Frauen, die die Anti-Baby-Pille nehmen, seien nicht generell gefährdet, erläuterte der Angiologe. Dies sei nur gemeinsam mit Übergewicht und Rauchen und in den ersten Monaten der Einnahme Thrombose-gefährdend. Es gehe „praktisch immer“ um mehrere Komponenten. „Die Pille allein triggert in der Regel keine Thrombose“, sagte Gary.

Risikopersonen müssten sich jedoch bei einer Corona-Impfung grundsätzlich keine Sorgen vor einer Thrombose oder Lungenembolie machen. Hier gebe es „keine Einschränkung“ und es sei nicht so, dass man beispielsweise vorbeugend blutverdünnende Medikamente nehmen sollte. Manche Personen bekommen jedoch Symptome eines grippalen Infekts am Tag nach der Impfung. Wenn jemand mit Fieber im Bett liege und zu Thrombosen neige, dann könne ein Arzt überlegen, ob er einen Blutverdünner verabreicht. „Das sollte aber nur für Risikogruppen gelten“, sagte Gary.

Langzeitprobleme

Thrombosen kommen vor allem in den Beinvenen vor. Symptome sind eine einseitige Beinschwellung oder Wadenschmerz, bei einer folgenden Lungenembolie dann Atemnot. Die Thrombose wird vom Arzt per Ultraschall erkannt, eine Lungenembolie in der Computertomographie. Nach der Diagnose wird laut Gary meist eine blutverdünnende Therapie gegeben. „Die meisten kann man ambulant führen, nicht jeder wird hospitalisiert“, sagte der ÖGIA-Präsident. Danach setzte man auf den körpereigenen Regenerationsprozess und darauf, dass sich die Gerinnsel innerhalb von drei bis sechs Monaten auflösen. Circa drei Prozent der Betroffenen hätten nach einem Jahr aber noch „relevante Rest-Thromben“, erläuterte Gary.

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