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Neue Empfehlungen für vegane und vegetarische Ernährung von Kindern

Deutsche Kinderärzte warnen vor Nährstoffmangel – strukturierte Begleitung bei pflanzlicher Ernährung empfohlen.
Organic food background, baby healthy meal

Kinder und Jugendliche, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, sollten medizinisch begleitet werden, um Mangelzustände zu verhindern. Das empfiehlt die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) in aktualisierten Leitlinien.

„Insbesondere vegane Ernährungsformen im Kindes- und Jugendalter erfordern erhöhte Aufmerksamkeit“, erklärte Silvia Rudloff, Mitautorin der Stellungnahme. Besonders kritisch seien Vitamin B12, Eisen, Jod, Kalzium, Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren.

In Deutschland ernähren sich mittlerweile 14 Prozent der 14- bis 29-Jährigen vegetarisch, 37 Prozent der Gesamtbevölkerung geben an, überwiegend pflanzenbasiert zu essen. „Kinder- und Jugendärzte betreuen viele Familien, die bewusst auf bestimmte Lebensmittel verzichten“, so Hermann Kalhoff, Mitglied der DGKJ-Ernährungskommission.

Regelmäßige Kontrollen notwendig

Die Fachgesellschaft empfiehlt eine strukturierte Begleitung mit ausführlicher Erhebung der Ernährungsgewohnheiten, regelmäßigen Wachstumskontrollen sowie klinischen und gegebenenfalls laborchemischen Untersuchungen. Eine qualifizierte Ernährungsberatung sei unverzichtbar.

Besonders wichtig: Bei vegetarischer Ernährung sollte Vitamin B12 überwacht und gegebenenfalls supplementiert werden, bei veganer Ernährung sei die Supplementierung zwingend erforderlich. Je nach Situation könnten auch Vitamin D, Jod, Kalzium oder Omega-3-Fettsäuren ergänzt werden müssen.

Die DGKJ plädiert für einen pragmatischen Umgang: Eltern und Jugendliche sollten weder pauschal verunsichert noch sollten Risiken bagatellisiert werden. Entscheidend sei eine vertrauensvolle Kommunikation, die Risiken klar benenne und praktikable Wege aufzeige.

Eine große Metaanalyse aus dem vergangenen Jahr bestätigt: Vegetarische und vegane Ernährung können Kinder mit ausreichend Nährstoffen versorgen. Langfristig könnte das Herz-Kreislauf-Risiko sogar niedriger sein – vorausgesetzt, vor allem bei veganer Ernährung wird auf den Ausgleich kritischer Mikronährstoffe geachtet.

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