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Wissen Gesundheit

Studie bestätigt: Diabetes wesentlicher Risikofaktor für Covid-19

Mit erhöhtem chronischem Blutzucker steigt Schweregrad der Infektion und Sterblichkeit.

09/19/2021, 11:05 AM

Eine aktuelle Studie der Medizinischen Universität Innsbruck belegt, dass Diabetes das Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf erhöht. Eine Pilotstudie unter Federführung des Leiters der internistischen Intensivstation, Michael Joannidis, im Frühjahr 2020 hatte diesen Zusammenhang bereits vermuten lassen. Nun wurden in einer zweiten Welle Daten von 350 Patienten aus ganz Tirol miteinbezogen.

Rund 30 Prozent der schwer Erkrankten hatten einen bekannten (Prä-)Diabetes. Bei über 85 Prozent der Intensivpatienten war der sogenannte HbA1c-Wert erhöht, der Auskunft über den Langzeit-Blutzuckerspiegel gibt, erklärte Joannidis im APA-Interview. Liegt dieser Wert über 6,5 Prozent, ist der Blutzuckerspiegel chronisch erhöht und man spricht von Diabetes.

Vorsorge

Nur ein Drittel der untersuchten Patienten mit einem erhöhten HbA1c-Wert hätte davon gewusst, betonte der Mediziner. „Es wäre ratsam, dass im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung bei allen Menschen auch der HbA1c-Wert bestimmt wird“, schlussfolgerte Joannidis. Auch die Österreichische Diabetes Gesellschaft fordere dies schon länger. „Diabetiker, die gut eingestellt waren, hatten mildere Verläufe.“

„Wir konnten bestätigen, dass Diabetes Mellitus ein wesentlicher Risikofaktor für Intensiv-Patienten ist, sowie dass die Sterblichkeit von Covid-19-Patienten mit hohem HbA1c an der Beatmungsmaschine erhöht war“, fasste Joannidis die Studienergebnisse zusammen.

Gewicht

Schon im Vorjahr hätten die Mediziner bei überdurchschnittlich vielen Corona-Intensivpatienten erhöhte HbA1c-Werte festgestellt. Dabei habe es sich aber nur um eine „kleine Studienkohorte“ im Rahmen einer Pilotstudie gehandelt. Mit Ende Mai umfasste die Datenbank an die 500 Patienten in ganz Tirol, für 350 lagen HbA1c-Werte vor. „Der Wert wird noch nicht routinemäßig in allen Häusern erhoben“, erklärte Joannidis.

Internationale Studien hätten zwischenzeitlich gezeigt, dass Übergewicht schwere Krankheitsverläufe bei Covid-19 begünstigt. Ein Zusammenhang zwischen (Prä-)Diabetes und Übergewicht konnte in der Tiroler Studie zwar ebenfalls gefunden werden, dieser sei aber nicht signifikant. Zudem würden auch normalgewichtige Patienten schwer erkranken.

Die Erkenntnisse wirken sich direkt auf die Therapie und Prävention schwerer Covid-19-Verläufe aus. So werde momentan untersucht, ob eine strengere Zuckerkontrolle auf den Intensivstationen den Krankheitsverlauf bei Covid-19 mildern könnte.

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