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Schneller Griff zum Schmerzmedikament in Krankenhäusern

Daten aus österreichischen Spitälern zeigen: Zwischen 86 und 90 Prozent der Schmerzpatienten erhalten Analgetika. Es findet aber nur eine begrenzte Anwendung nicht-medikamentöser Maßnahmen statt.
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Patientinnen und Patienten in österreichischen Krankenhäusern mit akuten oder chronischen Erkrankungen erhalten zu 90 bzw. 86 Prozent Analgetika. Nicht-medikamentöse Maßnahmen gibt es im Vergleich dazu deutlich seltener. Das hat eine Studie ergeben, an der federführend auch Fachleute des Instituts für Pflegewissenschaften der MedUni Graz beteiligt waren.

"Das Schmerzmanagement bei stationären Patienten mit akuten und chronischen Schmerzen sollte multimodale analgetische und nicht-pharmakologische Interventionen umfassen. Empirische Daten zu den wirklich angewendeten Verfahren zum Schmerzmanagement bei Patienten mit akuten oder chronischen Schmerzen sind jedoch weiterhin begrenzt. Ziel dieser Studie war es, Interventionen bei stationären Patienten mit akuten versus chronischen Schmerzen zu beschreiben und zu vergleichen", schrieben die Wissenschafter in der Fachzeitschrift Pain Management Nursing.

In der wissenschaftlichen Arbeit wurden die Daten von drei jährlichen Erhebungen des österreichischen Systems zur Messung der Pflegequalität (2021 bis 2023) analysiert. Geschulte Pflegekräfte hatten demografische Daten, medizinische Diagnosen, Pflegebedürftigkeit und die zum Zeitpunkt der Erhebung durchgeführten Schmerzinterventionen bei Spitalpatienten erhoben. Die Informationen bezogen sich schließlich auf 2.118 Kranke mit akuten und 955 Personen mit chronischen Schmerzen.

Wenig Integration nicht-medikamentöser Maßnahmen

Die Patienten mit chronischen Schmerzen waren im Vergleich zu Patienten mit akuten Schmerzen älter (73 bzw. 66 Jahre), pflegebedürftiger und wiesen häufiger Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf (46 Prozent versus 33 Prozent). Pharmakologische Behandlungen dominierten in beiden Gruppen, wobei sie bei akuten Schmerzen (90 Prozent) häufiger eingesetzt wurden als bei chronischen Schmerzen (86 Prozent). Die Akutschmerztherapie umfasste häufiger nichtsteroidale Antirheumatika, während Patienten mit chronischen Schmerzen mehr Opioide erhielten, stellten die Fachleute fest.

Physiotherapie kam in beiden Gruppen mit einer Häufigkeit von rund 40 Prozent vor. Alle anderen nicht-medikamentösen Verfahren lagen bei unter zehn Prozent. Das Fazit der Autoren: "Diese deskriptive Studie dokumentiert die aktuelle Schmerztherapiepraxis in österreichischen Krankenhäusern und zeigt eine überwiegende Abhängigkeit von Medikamenten bei gleichzeitig geringer Integration nicht-pharmakologischer Optionen sowohl bei akuten als auch bei chronischen Schmerzen." Die Ergebnisse könnten die Basis für Initiativen zur Qualitätsverbesserung darstellen.

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