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"Parkinson-Impfung" gibt Hoffnung für Betroffene

Derzeit laufen noch Studien zu einem Antikörper, der den Krankheitsverlauf verlangsamen könnte.
Symbolbild eines menschlichen Gehirns.

Eine internationale Studie liefert neue Hinweise auf die Wirksamkeit von Prasinezumab, einem Antikörper, der das Fortschreiten der Parkinson-Krankheit verlangsamen soll. Die Ergebnisse der Phase-II-Studie wurden nun im Fachjournal „The Lancet“ veröffentlicht und ebnen den Weg für eine Zulassungsstudie. An der Untersuchung beteiligt war auch die Universitätsklinik für Neurologie der Medizinischen Universität Innsbruck unter der Leitung von Neurologe Klaus Seppi.

An der Studie nahmen seit 2021 insgesamt 534 Menschen mit Parkinson im Frühstadium teil. Die Patientinnen und Patienten wurden an 110 Zentren in Europa, den USA und Kanada behandelt. Ein Teil erhielt monatlich den Antikörper Prasinezumab per Infusion, die Kontrollgruppe ein Placebo.

Krankheit verläuft langsamer

Die Forschenden untersuchten, wie lange es bis zu einer klinisch relevanten Verschlechterung der motorischen Symptome dauerte. Bei den mit Placebo behandelten Teilnehmerinnen und Teilnehmern trat diese im Durchschnitt nach 49,7 Wochen ein. Unter Prasinezumab verzögerte sich dieser Zeitpunkt auf durchschnittlich 61,1 Wochen. Damit wurde die statistische Signifikanz knapp verfehlt.

In einer wichtigen Untergruppe zeigte sich jedoch ein deutlicherer Effekt: Rund 75 Prozent der Probandinnen und Probanden bekamen als symptomatische Therapie L-Dopa. L-Dopa (Levodopa) ist die Standardtherapie bei Parkinson. Der Wirkstoff wird im Gehirn zu Dopamin umgewandelt und kann dadurch typische Symptome der Erkrankung lindern. Die übrigen erhielten sogenannte MAOB-Hemmer. "Betrachtet man ausschließlich die 75 Prozent der Betroffenen, die mit L-Dopa behandelt wurden, zeigt sich der Effekt eindeutig. Er wird deutlicher sichtbar, weil die untersuchte Betroffenengruppe homogener war und weniger Anpassungen der symptomatischen Parkinsontherapie notwendig waren", erklärt Mitautor Klaus Seppi. 

Bei den Teilnehmern der Placebo-Gruppe unter L-Dopa trat die nächste relevante Verschlechterung der Parkinson-Symptome nach durchschnittlich 49 Wochen ein. Unter der Antikörpertherapie mit Prasinezumab verzögerte sich die Verschlechterung nun signifikant um rund 16 Wochen auf mehr als 64 Wochen.

Weitere Studien notwendig

Prasinezumab richtet sich gegen das Eiweiß Alpha-Synuclein, das als möglicher Treiber der Erkrankung gilt. Bei Parkinson lagert sich das Protein in Nervenzellen ab und bildet Verklumpungen, die sich im Gehirn ausbreiten können. Der Antikörper soll Alpha-Synuclein außerhalb der Nervenzellen binden und abbauen, um so Nervenschäden zu reduzieren. „Der Großteil der Wissenschafter, die sich mit Morbus Parkinson beschäftigen, geht davon aus, dass dieses verklumpte Alpha-Synuclein ein Krankheitstreiber ist“, sagt Seppi.

Nach Einschätzung der Forschenden handelt es sich bei Prasinezumab derzeit um den am weitesten entwickelten Wirkstoff mit potenziell krankheitsmodifizierender Wirkung bei Parkinson. Wie stark dieser Effekt tatsächlich ausfällt, müsse allerdings erst in weiteren Studien geklärt werden. 

Expertinnen und Experten verbinden große Hoffnungen mit solchen Therapien, da sie nicht nur Symptome lindern, sondern direkt in den Krankheitsverlauf eingreifen sollen. „Ziel ist eine längere bessere Lebensqualität und Selbständigkeit der Betroffenen, verbunden mit einer Entlastung des Gesundheitssystems und geringeren Folgekosten. Unser ultimatives Ziel ist, mit krankheitsmodifizierenden Therapien beginnen zu können, noch bevor die Krankheit ausbricht. Der erste Schritt könnte vielleicht mit diesem Antikörper getan werden, wenn sich das in der Phase III-Studie bestätigt“, ist Seppi optimistisch.

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