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Wissen Gesundheit
07/09/2020

Optimistische Menschen schlafen besser

Jetzt ist es amtlich: Wer sich sorgt, kommt nicht zur Ruhe. Die gute Nachricht: Optimismus kann man trainieren.

2017 standen 1.004 Österreicher Wiener Forschern Rede und Antwort, was ihre Bettruhe betrifft. Nach der Auswertung wissen sie: Die Wahrscheinlichkeit an Schlafstörungen bzw. Schlaflosigkeit (Insomnia) zu leiden ist für optimistische Teilnehmer um rund 70 Prozent geringer als für pessimistische.

Doch der Reihe nach: Optimistische Menschen leben länger als pessimistische und haben ein geringeres Risiko chronisch krank zu werden – das ist wissenschaftlich bereits mehrfach untermauert. Ein Grund für das längere und gesündere Leben von Optimisten könnte ein besserer Schlaf sein: Das ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Studie unter Leitung von Jakob Weitzer und Eva Schernhammer von der Abteilung für Epidemiologie der Medizinischen Universität Wien, die nun im Journal of Sleep Research veröffentlicht wird.

Mit dabei: Die beiden Schlafforscher Stefan Seidel und Gerhard Klösch (Universitätsklinik für Neurologie, Medizinische Universität Wien).

Gesünderes Leben

Durch die Analyse der Daten einer Online-Umfrage zur generellen Schlafcharakteristik und unter anderem zum Arbeitsumfeld und zum Verhalten vor dem Schlafengehen im Jahr 2017, an der 1.004 Österreicher teilnahmen, konnten die Wiener Epidemiologen zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit an Schlafstörungen bzw. Schlaflosigkeit (Insomnia) zu leiden für optimistische Teilnehmer um rund 70 Prozent geringer war als für pessimistische. „Andere Studien haben gezeigt, dass Optimisten mehr Sport betreiben, weniger rauchen und sich gesünder ernähren. Außerdem wenden sie bessere Strategien zur Problembewältigung an und empfinden weniger Stress in herausfordernden Situationen. Alle diese Faktoren können zu einem besseren Schlaf führen“, fasst Weitzer den aktuellen Stand der Forschungen zusammen.

Optimismus üben

Durch verschieden Übungen könne man Optimismus sogar fördern, sagen die Studienautoren. Eine dieser Übungen ist die sogenannte „Best Possible Self-Methode“. Weitzer: „Dabei versucht man sich ein Ideal vorzustellen und niederzuschreiben, wie das eigene bestmögliche Leben in der Zukunft aussehen könnte.

Nach mehrwöchiger regelmäßiger Übung kann man somit den eigenen Optimismus fördern.“ Dabei geht es primär nicht darum, dieses „Ideal“ zu erreichen, sondern generell darüber zu reflektieren und sich danach realistische Ziele zu setzen, die optimistisch für die Zukunft stimmen.

Bis heute sei es jedoch ungewiss, ob allein die in den Übungen erzielte Steigerung des Optimismus zu einem besseren Schlaf und einer besseren Gesundheit führt, meint Weitzer. Sollte dies jedoch der Fall sein, was in weiteren Studien untersucht werden müsste, könnte „Optimismustraining“ die Häufigkeit von Schlaf- und anderen gesundheitlichen Problemen in der Bevölkerung reduzieren. 
 

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