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Wissen Gesundheit
08/06/2021

NÖ-Ärztekammer will Gültigkeit von Corona-Tests verkürzen

Weil die derzeitige Praxis die Menschen in falscher Sicherheit wiege, müsse es Änderungen geben.

Noch immer sind laut Experten zu wenige Menschen gegen eine schwere Erkrankung von COVID-19 geimpft. Die Folge ist, dass die Zahl der Infizierten in den letzten Wochen stetig gestiegen ist und immer mehr Menschen unbemerkt  den Virus übertragen. Das wäre absolut nicht notwendig, wie der Präsident der NÖ Ärztekammer, Dr. Christoph Reisner, betont: „Wenn jemand vor drei Tagen negativ getestet wurde, heißt das keinesfalls, dass er heute ebenfalls nicht ansteckend ist. Eine Gültigkeitsdauer von 48 Stunden für Antigentests und 72 Stunden für PCR-Tests ist absurd lange und müsste deutlich auf 12 bzw. maximal 24 Stunden reduziert werden, um zumindest ein Mindestmaß an Sicherheit garantieren zu können.“ Für Kinder sollte es jedenfalls eine Ausnahme geben. 

In falscher Sicherheit wiegen

Durch die lange Gültigkeitsdauer der Tests wiegt man getestete Menschen in einer falsch verstandenen Sicherheit und gefährdet dadurch andere, die sich z.B. aus medizinischen Gründen oder weil für ihre Altersgruppe keine Impfung zugelassen ist nicht impfen lassen können. Vizepräsident und Kurienobmann Dr. Dietmar Baumgartner bekräftigt diesen Vorschlag und ergänzt: „Mit dieser viel zu langen Gültigkeitsdauer von Tests fördert man einerseits die Ansteckung und Verbreitung der Krankheit, andererseits fehlt jeglicher Anreiz, sich impfen zu lassen. Wir brauchen aber dringend Maßnahmen, die die Impfung attraktiver machen. Mit der Verkürzung der Gültigkeit von 48 bzw. 72 auf maximal 24 Stunden könnte man sicherlich den einen oder anderen Impfskeptiker zu einer Impfung bewegen.“ 

Keine Unterscheidung

Derzeit wird bei der 3G-Regel nicht unterschieden, ob eine Veranstaltung in einem geschlossenen Raum oder im Freien stattfindet. Hier wäre eine differenziertere Sichtweise wichtig, denn gerade für geschlossene Räumlichkeiten müsste die Gültigkeit sehr knapp festgelegt werden. „Die Politik ist gefordert, sich Maßnahmen zu überlegen, wie die Attraktivität des Impfens erhöht werden kann. Denn dies muss das oberste Ziel sein, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Wenn ungeimpfte Menschen sich täglich testen lassen müssen, um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können, wäre dies zumindest ein möglicher Anreiz für eine Impfung“, ist Reisner überzeugt.

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