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Wissen Gesundheit
09/09/2020

Neue Corona-Studie: Bahnfahrer dürfen durchatmen

Bahnfahrer sind laut einer Studie der Berliner Charité keinem erhöhten Risiko ausgesetzt.

Bei einer Untersuchung von 600 Zugbegleitern mit regelmäßigem Kundenkontakt in IC- und ICE-Zügen der Deutschen Bahn stellte sich heraus, dass sie kein größeres Covid-Risiko tragen als ihre Kollegen, die als Lokführer oder in der Werkstatt arbeiten. Dies teilte die Berliner Charité und die Deutsche Bahn am Mittwoch mit.

Bei den Zugbegleitern im Fernverkehr seien etwas seltener entsprechende Antikörper nachgewiesen worden als bei den Beschäftigten ohne Kundenkontakt. "Wir müssen weiter achtsam sein, aber es gibt keinen Grund zur Sorge vor Bahnreisen", folgerte daraus DB-Vorstandsmitglied Berthold Huber.

Ein infizierter Werkmeister

Bislang liegen Tests an 1072 Mitarbeitern von Ende Juni und Anfang Juli vor. Bei allen Getesteten sei lediglich ein Corona-Fall eines Werksmitarbeiters registriert worden. Bei den Zugbegleitern hatten 1,3 Prozent Antikörper im Blut - hatten also schon einmal eine Infektion mit dem Virus. In der Vergleichsgruppe ohne Kundenkontakt war der Anteil gut doppelt so hoch.

"Ich kann voller Überzeugung sagen, dass Bahnfahren sicher ist", sagte Berthold Huber. Die Studie soll im Herbst und  im Winter fortgesetzt werden. Neben der Maskenpflicht in den Zügen wirken laut Huber auch die Klimaanlagen gegen die Ansteckungsgefahr. Diese seien keineswegs eine Gefahr. Durch die Klimaanlagen werde die Luft alle sieben Minuten in den Waggons ausgetauscht.

Keine Öffi-Cluster in Österreich

Dass öffentliche Verkehrsmittel nach jetzigem Wissen sicher sind, sagte am Dienstag auch der Umweltmediziner Hans-Peter Hutter von der MedUni Wien am Rande einer Veranstaltung. Es gebe bisher keinen einzigen auf Öffis zurückführbaren Cluster in Österreich. Das liege an zwei Gründen, so Hutter: Einerseits an der "fast lückenlos" eingehaltenen Maskenpflicht und andererseits an der mechanischen Belüftung in Zügen und Bussen.

"Mit Maske sind öffentliche Verkehrsmittel vertrauenswürdig und es ist sicherlich keine gute Idee, dass das Auto zu einem sicheren Ort hochstilisiert wird, wo man sich halt nicht ansteckt, aber ultrafeine Partikel, NO2 und Lärm produziert", sagte Hutter. 

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