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Multiple Sklerose: Woran man die Krankheit früher erkennen kann

Werden bestimmte Veränderungen in die Diagnose mit einbezogen, kann MS häufiger früher erkannt werden.
Symbolbild einer Nervenzelle.

Überarbeitete Diagnoserichtlinien ermöglichen es, Multiple Sklerose früher zu erkennen. Eine Studie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) zeigt: Aktualisierte Kriterien erhöhen die Erstdiagnosen um fast zehn Prozentpunkte.

Besonders wichtig ist die Einbeziehung des Sehnervs. Die meisten neuen Diagnosen ermöglichte die Untersuchung des Sehnervs. Er ergänzt die vier bisher per MRT untersuchten Bereiche: Hirnkammern, Hirnrinde, Hirnstamm/Kleinhirn und Rückenmark. „Die Einbeziehung des Sehnervs ist wichtig, weil dieser durch Entzündungen des zentralen Nervensystems ebenfalls geschädigt wird“, erklärt Studienleiter Thomas Skripuletz von der Klinik für Neurologie der MHH. Erste MS-Anzeichen seien oft Schleiersehen, Schmerzen bei Augenbewegung und verminderte Farbwahrnehmung.

Diagnose via MRT

Eine weitere Neuerung: MS kann nun bereits per MRT diagnostiziert werden, bevor Symptome auftreten. „Manchmal wird ein MRT durchgeführt – etwa nach einem Unfall – und es zeigt Veränderungen, die typisch für eine MS sind“, so Skripuletz. Früher galt die Erkrankung ohne klinische Beschwerden als nicht nachgewiesen.

Die Liquordiagnostik spielt eine zentrale Rolle: „Ohne Liquordiagnostik hätte bei einem Viertel der Patientinnen und Patienten die Diagnose nach den 2024 überarbeiteten McDonald-Kriterien nicht gestellt werden können“, betont Skripuletz. Ein neuer Biomarker, der Kappa-Index, lässt sich schneller und vollautomatisch messen.

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