Mit seinem Blutplasma möchte ein Grazer Leben retten

Mit seinem Blutplasma möchte ein Grazer Leben retten
Hoffnungsträger: Andreas Bergmann hat dem Coronavirus erfolgreich die Stirn geboten – jetzt hilft er aktiv.
Von Uwe Mauch

Er hätte sich nicht zweimal bitten lassen, erzählt Andreas Bergmann nach einer unaufgeregten Stunde in einem Grazer Blutplasmaspendezentrum. Der Besitzer eines IT-Unternehmens hat sich früh mit dem Coronavirus infiziert, nach einem relativ milden Verlauf gilt er seit 16. März als gesund.

Menschen wie er sind in diesen Tagen nicht nur für den in Österreich hochaktiven Pharmakonzern Takeda echte Hoffnungsträger. Bergmann ist dem Aufruf der Firma gefolgt und war in der Vorwoche in einer ihrer zehn Spendezentralen. Danach erklärte er entspannt und doch sichtlich erleichtert: „Wenn es so einfach ist, Menschenleben zu retten, kann ich nur andere dazu ermutigen, ihr Plasma auch zur Verfügung zu stellen.“

Ist es so einfach? Thomas Kreil, als Virologe führend in die Entwicklung eines neuen Medikaments bei Takeda involviert, beantwortet diese Frage dem KURIER so: „Ich kann heute noch nicht versprechen, dass wir Erfolg haben werden. Aber ich bin in diesem Fall zuversichtlich wie sonst selten.“

Zunächst müssen mehr Genesene dem Beispiel von Andreas Bergmann folgen (Infos und Anmeldung: plasmazentrum.at). Erst wenn mehr Blutplasma gespendet wurde, kann in einer Fraktionsmaschine ein Konzentrat erzeugt werden, das in weiterer Folge schwer erkrankten Patienten verabreicht werden soll.

Das Konzentrat wird behandelnden Ärzten zur Verfügung gestellt werden, so Thomas Kreil. Auf die Frage, wann das sein wird, erklärt der Virologe: „Das hängt von den Spendern ab. Ich gehe aber davon aus, dass wir schon in wenigen Wochen so weit sind.“

Andreas Bergmann kann weiter mitmachen: Bleibt er gesund, könnte er bis zu

50-mal pro Jahr Blutplasma spenden und so helfen. Nach seiner Erkrankung keine so schlechte Aussicht.

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