Impfung bei fortgeschrittenem Hautkrebs: Studie zeigt langfristigen Nutzen
Wie das Wissenschaftsportal Science Media Center berichtet, zeigen dies neue Fünf‑Jahres‑Daten aus einer klinischen Studie. Sie bestätigen frühere Ergebnisse und stärken die Hoffnung, dass die Impfung bald ein fester Bestandteil der Krebsbehandlung werden könnte.
Nachbehandlung durch Impfung
Nach einer erfolgreichen Operation erhalten Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs bislang häufig das Medikament Pembrolizumab. Dieses aktiviert das Immunsystem, indem es bestimmte „Bremsen“ löst – so können Abwehrzellen verbliebene Krebszellen besser angreifen. Trotzdem kommt es bei einem Teil der Betroffenen zu Rückfällen.
Genau hier setzt die neue mRNA‑Impfung mit Namen Intismeran an. Sie ist individuell auf den jeweiligen Tumor zugeschnitten und soll das Immunsystem noch gezielter trainieren. Die Impfung bringt Körperzellen dazu, typische Merkmale des Tumors zu produzieren. Das Immunsystem erkennt diese Merkmale und bildet spezielle Abwehrzellen, die Krebszellen präziser aufspüren und bekämpfen können.
Deutlich geringeres Rückfallrisiko
An der Studie nahmen 157 Menschen mit einem höheren Stadium von schwarzem Hautkrebs teil, alle nach erfolgreicher Operation. Etwa zwei Drittel erhielten eine Kombination aus Pembrolizumab und der mRNA‑Impfung, die übrigen nur Pembrolizumab. Anschließend wurden die Teilnehmenden über fünf Jahre beobachtet.
Das Ergebnis:
Menschen mit der zusätzlichen mRNA‑Impfung hatten ein rund 50 Prozent geringeres Risiko, dass der Krebs zurückkehrt oder sie sterben. Auch das Risiko, dass sich Fernabsiedelungen (Metastasen) bilden, war um fast 60 Prozent reduziert. Beim Gesamtüberleben ließ sich noch kein klarer Unterschied zeigen – dafür gab es in der Studie bisher zu wenige Todesfälle.
Blutuntersuchungen zeigten außerdem, dass bei geimpften Patientinnen und Patienten mehr spezialisierte Abwehrzellen entstanden. Das spricht dafür, dass die Impfung tatsächlich das Immunsystem wie geplant auf den Tumor „programmiert“.
Möglicher Meilenstein
Langfristig zeigte sich die mRNA‑Impfung als gut verträglich. Neue oder unerwartete Nebenwirkungen traten nicht auf, und die Impfung erhöhte nicht das Risiko für typische immunbedingte Nebenwirkungen der Standardtherapie.
Die Forschenden sehen die neuen Langzeitdaten als wichtigen Meilenstein. Sie belegen, dass der Nutzen der mRNA‑Impfung nicht nur kurzfristig, sondern über Jahre anhält.
Der Hersteller Moderna rechnet damit, möglicherweise schon in diesem Jahr erste Ergebnisse aus einer größeren Phase‑III‑Studie vorzulegen, die 2023 gestartet ist. Fallen auch diese positiv aus, könnte gemeinsam mit dem Pharmakonzern Merck eine Zulassung vorbereitet werden – möglicherweise ab 2027.
Sollte es so weit kommen, wäre dies der erste Zulassungsantrag für einen personalisierten mRNA‑Krebsimpfstoff – und ein weiterer Schritt hin zu maßgeschneiderten Krebstherapien.
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