Tiercoach: Wie gefährlich ist es, wenn Katzen husten

Eine zweifärbige Katze sitzt vor Raumduft-Stäbchen und hustet.
Die Ursachen für Lungenprobleme bei den Haustieren sind vielfältig. Die Symptome sollten ernst genommen werden.

Es klingt wie ein trockenes Würgen – mitunter begleitet von Pfeifen oder Rasseln –, wenn Katzen husten. Das explosionsartige Ausstoßen von Luft kann auch mit einem Erbrechen oder dem Speien von Haarballen verwechselt werden. Die Vierbeiner kauern jedenfalls tief, strecken den Hals flach nach vorne und ziehen den ruckartig Bauch zusammen. Das Atmen fällt ihnen schwer.

„Husten kann bei Katzen die unterschiedlichsten Ursachen haben. Sie reichen von harmlos bis lebensbedrohlich“, sagt Zoodoc Katharina Reitl. Der KURIER-Tiercoach appelliert, die Symptome ernst zu nehmen.

„Die Lungen von Katzen sind sehr empfindlich“, sagt Reitl. Sie können auf Staub genauso reagieren wie auf Raumdüfte, Waschmittel oder Haushaltsreiniger; die Belastung durch Zigarettenrauch wird häufig unterschätzt. Pilzsporen machen langfristig krank. 

Husten kann harmlose, aber auch lebensbedrohliche Ursachen haben

Bei Wohnungskatzen liegt Asthma als Auslöser für chronischen Hustenreiz nahe. Auch Viren und Bakterien können Vierbeinern zusetzen. Zu den schweren Infektionskrankheiten zählt darüber hinaus die Feline infektiöse Peritonitis (FIP). 

Lungenwürmer wiederum, die vor allem Freigänger treffen, werden zunehmend diagnostiziert. Herzerkrankungen sind ebenfalls mögliche Ursache. Nicht zuletzt lösen Tumore im Atmungsorgan oder Entzündungen Hustenanfälle aus; sie sind die „schlimmste Variante“.

„Hustet die Katze ein oder zwei Mal, ist das noch kein Grund zur Sorge“, sagt die Tierärztin aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Leidet der Vierbeiner aber an wiederkehrenden Hustenanfällen oder wird er kurzatmig und reduziert seine Aktivitäten, sollte ein Veterinärmediziner zugezogen werden. 

Der Tierarzt untersucht die Katze bei Bedarf mit bildgebenden Verfahren

Der Experte beurteilt nicht nur den Husten, sondern bezieht den Allgemeinzustand des Patienten ein. Er hört Bronchien und Lunge ab, misst Fieber und tastet den Körper ab. Bei Bedarf kann er auf bildgebende Untersuchungsmethoden zurückgreifen: Ein Röntgen etwa zeigt, ob sich Wasser in der Lunge gesammelt hat. Ein teures CT unter Sedierung kann zum Beispiel einen Tumor-Verdacht bestätigen. Mittels Endoskopie lässt sich u.a. feststellen, welche Art der Entzündung für den Husten verantwortlich ist. Die einzelnen Verfahren – mit Vor- und Nachteilen – ergänzen einander.

„Katzen mit Lungenproblemen zeigen oft erst spät Symptome“, sagt Reitl. Dem entsprechend schwierig gestaltet sich die Behandlung. Für die Befundung Lungenkrebs ist die Prognose schlecht. 

Lungenleiden werden oft erst sehr spät bemerkt

Der Befall von Parasiten wiederum kann jahrelang unbemerkt bleiben. So können junge Bauernhofkatzen Lungenwürmer über Schnecken aufnehmen, die ihnen erst als Wohnungskatzen im Erwachsenenalter Probleme machen.

„Bei Lungenleiden führt nur eine ausführliche Anamnese zur raschen Diagnose“, sagt der KURIER-Tiercoach: „Das Internet ist in diesen Fällen kein guter Ratgeber.“

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