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Wissen Gesundheit
07/29/2021

Ist das die vierte Corona-Welle? Was jetzt anders ist

Das Robert Koch Institut spricht in Deutschland bereits von einer vierten Welle. Warum diese aber nicht mit den vorangegangenen Wellen zu vergleichen ist.

Die deutsche Bild Zeitung titelt mit einem "Panik Papier", dass das Robert Koch Institut (RKI) verfasst hat und eigentlich nur für die Regierung gedacht war. Das Boulevard-Blatt hat die Infos jedoch geleakt.

RKI-Präsident Lothar Wieler spricht von einer vierten Welle bezüglich der Corona-Infektionen. Im Papier werden Empfehlungen abgegeben, wie die Corona-Maßnahmen wieder verschärft werden sollen - weniger Mobilität, Aus für Abendveranstaltungen.

Ärgernis: Infektionszahlen bleiben Leitindikator

Und anders als schon mehrmals von Politikern wie Jens Spahn angedacht, empfiehlt das RKI weiterhin hauptsächlich auf die Neuinfektionszahlen zu achten und nicht die Hospitalisierungen als Leitindikator heranzuziehen. Ländervertreter sollen in einer Konferenz verärgert über das Festhalten der Inzidenz als wichtigsten Parameter reagiert haben, so die Bild.

Die Zeitung, die schon mehrmals gegen Corona-Maßnahmen stark machte, poltert nun über eine "Politik der Angst".

Fakt ist jedoch: Die Zahlen in Deutschland steigen, ebenso wie in Österreich. Von nur 80 Fällen Ende Juni ist Österreich Ende Juli aktuell bei mehr als 500 Neuinfektionen täglich. Die Inzidenz liegt pro 100.000 Einwohner bei 31. (Stand: 27.07.)

Was das für Österreich bedeutet und welche Konsequenzen international in der Situation gezogen werden.

Wenige Krankenhausaufenthalte

Allerdings steigen trotz höherer Infektionszahlen die Hospitalisierungen nur ganz langsam. Am 27. Juli waren 41 Personen wegen einer Corona-Infektion auf einer Intensivstation. Das sind gerade einmal zwei Prozent der Intensivbetten, die mit Covid-Kranken belegt sind. 80 infizierte Personen liegen in ganz Österreich auf Normalstationen.

Auch die Zahlen aus Großbritannien legen nahe, dass steigende Infektionszahlen nicht mehr mit einer steigenden Belegung von Krankenhausbetten einhergehen. Genauso in Portugal, das stark von der Delta-Variante betroffen ist, zeigt sich diese Tendenz.

In Österreich sind derzeit vor allem junge Personen von der Delta-Variante betroffen, die noch nicht geimpft wurden. Und diese haben in der Regel weniger schwere Verläufe.

Todeszahlen steigen

Auf der anderen Seite erklärte die Weltgesundheitsorganisation WHO gerade erst, dass die weltweiten Todeszahlen steigen. Die Zahl der in der vergangenen Woche gemeldeten Infektionen lag bei 3,8 Millionen, das waren acht Prozent mehr als in der Vorwoche. Auf dem amerikanischen Kontinent stiegen sowohl Infektions- als auch Totenzahlen deutlich. Ebenso starben mehr Menschen in Südostasien. Seit Beginn der Pandemie Anfang 2020 sind fast 194 Millionen Infektionen gemeldet worden.

Die unterschiedlichen Zahlen haben vor allem mit den Impfungen zu tun, wie am Beispiel Thailand zu sehen ist. Dort gibt es mit fast 18.000 Neuinfektionen und mehr als 150 Toten innerhalb von 24 Stunden einen neuen Negativ-Rekord - im Land sind aber auch lediglich erst 5,2 Prozent (Stand 25. Juli) vollimmunisiert.

Impfungen machen sich bemerkbar

Die Immunisierung macht sich zumindest in Österreich und anderen europäischen Ländern also schon gut bemerkbar, auch wenn man zum jetztigen Zeitpunkt schon auf mehr Geimpfte gehofft hätte. Anders als bei den ersten drei Wellen, schlägt sich dank der Vakzine das Infektionseschehen nicht nach zwei Wochen direkt auf die Hospitalisierungen nieder.

Damit die steigenden Infektionen bis zum Winter nicht das Gesundheitssystem zu stark beeinträchtigen, gilt es daher vor allem, die Impfquote zu erhöhen - womit das Robert Koch Institut und die heimische als auch die deutsche Regierung einer Meinung sind.

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